"Untersuchung nicht beenden"

17 Opferanwälte haben den Bundestag dazu aufgerufen, nach der Wahl die Untersuchung der NSU-Morde fortzusetzen.

Berlin. Nach Ansicht der Opferanwälte bleibe das Parlament auf halber Strecke stehen, wenn nun die Aufarbeitung der NSU-Morde beendet würde. „Die halbe Wahrheit ist nicht die Hälfte der Wahrheit“, sagte Mehmet Daimagüller.

Die Mehrheit im Bundestag sieht das anders. Der Auftrag war, den NSU-Skan­dal aufzuklären und Vorschläge für Reformen zu machen. Diese beiden Aufträge seien „abgearbeitet“, beharrt die SPD-Politikerin Eva Högl. Man wolle „aus der Sache keine never ending story machen“.

Auch in einem weiteren Punkt setzen die Anwälte die Politik unter Druck. Sie beklagen einen „institutionellen Rassismus“. Gemeint ist eine Art „Alltagsrassismus bei der Polizei“. Die Juristen argwöhnen, dass die Politiker aber „aus Sorge um das Ansehen“ Deutschlands den Missstand nicht beim Namen nennen.