Unis wollen Studenten-Strom mit Numerus clausus stoppen

Zu diesem Wintersemester strömen bundesweit mehr als 500  000 Studienanfänger in die Hochschulen. Foto: Jakob Studnar
Zu diesem Wintersemester strömen bundesweit mehr als 500  000 Studienanfänger in die Hochschulen. Foto: Jakob Studnar
Es wird eng in den Hörsälen des Landes: Zu diesem Wintersemester strömen bundesweit mehr als 500  000 Studienanfänger in die Hochschulen. Mit Zulassungsbeschränkungen (Numerus clausus) versuchen viele Hochschulen, den Studentenansturm zu bremsen.

Essen. Es wird eng in den Hörsälen des Landes: Zu diesem Wintersemester strömen bundesweit mehr als 500 000 Studienanfänger in die Hochschulen. So viele wie nie zuvor. Im Wintersemester des vergangenen Jahres lag die Zahl noch bei rund 445 000.

Mit Zulassungsbeschränkungen, dem Numerus clausus, versuchen nun viele Hochschulen, den Studentenansturm zu bremsen. Die Uni Köln hat beinahe jedes Fach mit einem NC belegt, ähnlich sieht es in Münster und Bochum aus. Auch in Essen und Dortmund wird der verlangte Notendurchschnitt strenger.

Als eine der wenigen NRW-Hochschulen hat die Ruhr-Uni Bochum in diesem Wintersemester kein Plus bei den Anfängerzahlen zugelassen. Zwar sei die Zahl der Bewerber von 26 400 im letzten Herbst auf 43 700 in diesem Wintersemester deutlich gestiegen, doch „mussten wir die hohe Nachfrage durch zusätzliche Zulassungsbeschränkungen drosseln, da wir die Kapazitätsgrenze erreicht haben“, erklärt Rektor Elmar Weiler. Die Ruhr-Uni nahm nur 0,5 Prozent mehr Studierende auf, auch in Dortmund blieb der Zuwachs mit 7,3 Prozent gering, an der Uni Duisburg-Essen waren es indes fast 23 Prozent, in Köln sogar 33 Prozent.

Unis sind überfordert und verlangen mehr Geld vom Land

In Kinos, Autohäusern und Baumärkten werden die Fachkräfte der Zukunft ausgebildet. Die Unis sind überfordert und verlangen mehr Geld vom Land. Dieses zeigt vorwurfsvoll in Richtung Berlin: „Ohne mehr Bundesgeld geht es nicht“, sagt NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD). Die Prognosen für 2013, dann drängen in NRW zwei Abiturjahrgänge zugleich auf den Bildungsmarkt, seien schon jetzt übertroffen worden.

90 000 zusätzliche Studienanfängerplätze sollen in NRW bis 2015 entstehen. 1,8 Milliarden Euro stellen Land und Bund dafür zur Verfügung. So sieht es der „Hochschulpakt II“ vor. Dies wird nicht reichen. Zudem zögern manche Unis mit der Einrichtung neuer Plätze. So will Münster vorerst nur 2000 neue Erstsemesterplätze schaffen, der Hochschulpakt sieht indes 3858 vor. „Dazu sind wir erst bereit, wenn die Finanzierung sicher ist“, heißt es aus Münster. Das Ministerium versichert: „Das Geld wird fließen.“

 
 

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