Unis lehnen Höchstquote für Studienabbrecher ab

Tobias Blasius
Universitäten wehren sich gegen verbindliche Höchstquoten für Studienabbrecher.
Universitäten wehren sich gegen verbindliche Höchstquoten für Studienabbrecher.
Foto: dpa
Die Universitäten in NRW lehnen eine vom Wissenschaftsministerium geplante gesetzliche Höchstquote bei Studienabbrechern strikt ab. Man könne das Studium nicht leichter machen, damit die Abbrecherquote stimmt. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) hält dagegen.

Düsseldorf/Essen. Eine von der rot-grünen Landesregierung geplante Pflicht zur Absenkung der Studienabbrecher-Quoten an Unis in NRW stößt auf Widerstand der Hochschulen.

„Bei uns wird keiner rausgeprüft. Wir können es aber auch nicht leichter machen, nur damit die Abbrecherquote stimmt“, sagte der Rektor der Uni Duisburg-Essen, Ulrich Radtke, bei einer Tagung mit Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) in Düsseldorf. Die Gefahr von „Fehlsteuerungen“ sei groß, wenn die Zahl der Abbrecher zum gesetzlichen Qualitätsmerkmal erhoben werde, so Radtke.

Bessere Unterstützung von Studenten

Rot-Grün will im „Hochschulzukunftsgesetzes“ festschreiben, dass die Hochschulen künftig Abbrecherquoten bilanzieren, hinterfragen und absenken sollen. „Es ist eine Verschleuderung von Talenten, wenn jeder zweite sein Ingenieurstudium abbricht“, sagte Schulze. Sie erwarte, dass bei besserer Unterstützung mehr Studenten den Abschluss schafften.

Radtke warnte davor, den Studienabbruch mit dem akademischen Scheitern gleichzusetzen. Häufig wechselten junge Leute die Fächer oder die Uni, probierten sich aus, blieben aber der Wissenschaft erhalten. „Besser der eine oder andere Ingenieur bricht ab als später die Brücke“, sagte der Essener Rektor.

Die Gesetzespläne rufen seit Monaten heftige Kritik hervor, weil das Land die Unis inhaltlich und finanziell stärker an die Leine nehmen will.