Unions-Justiziar wird Staatsminister im Kanzleramt

Berlin. Hermann Gröhe löst Hildegard Müller ab, die in die Wirtschaft wechselt. Der 47-jährige Anwalt aus Nordrhein-Westfalen gilt als Befürworter einer schwarz-grünen Koalition. In seiner neuen Position hat er eine Schlüsselfunktion für die Koordination der Regierungspolitik.

Neuer Staatsminister im Kanzleramt wird der CDU-Politiker Hermann Gröhe. Der bisherige Justiziar der Unionsfraktion werde sein Amt am 1. Oktober antreten, teilte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin mit. Der 47-jährige Rechtsanwalt aus Nordrhein-Westfalen ist seit 1994 Mitglied des Bundestags. Von 1998 bis 2005 war der ehemalige Bundesvorsitzende der Jungen Union Sprecher für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der Unionsfraktion.

Gröhe war zu Regierungszeiten von Altkanzler Helmut Kohl (CDU) Mitglied der Gruppe junger Unionsabgeordneter, die unter dem Namen «Pizza Connection» den Kontakt zu den Grünen suchten. Er gilt als Befürworter einer schwarz-grünen Koalition auch auf Bundesebene. Der Posten des Staatsministers im Kanzleramt gilt als eine Schlüsselposition für die Abstimmung der Politik von Bundesregierung, Bundestagsfraktion und den Ländern.

Gröhes Vorgängerin Hildegard Müller verlässt das Kanzleramt Ende September. Die Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war im Juli vom Vorstand des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zur Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung berufen worden. Die frühere Bundesvorsitzende der Jungen Union gibt ihr Bundestagsmandat ab und will im Dezember nicht erneut für das Präsidium der CDU kandidieren. (afp)

 
 

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