Unglücks-Maschine hatte 58.300 Flugstunden auf dem Buckel

Dieser Germanwings Airbus A320 D-AIPX ist am Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt (hier ein älteres Foto eines Planespotters).
Dieser Germanwings Airbus A320 D-AIPX ist am Dienstag auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt (hier ein älteres Foto eines Planespotters).
Foto: privat/Stefan Siegenthaler
Der Unglücksjet war bereits gut 24 Jahre alt. Germanwings betont allerdings: Die A 320 war mit neuester Computertechnik ausgerüstet.

Essen.. Der Airbus A 320 gehört zu den „Arbeitspferden“ der Luftfahrtgesellschaften. Mit derzeit rund 6000 fliegenden Maschinen der A 320-Familie gehört der Flugzeugtyp zu den am weitesten verbreiteten Mittelstreckenflugzeugen. Nach der Boing 737 ist es das am zweithäufigsten verkaufte Flugzeug der Welt.

Die Unglücksmaschine mit der Kennung D-AIPX absolvierte ihren Jungfernflug im November 1990 und war gut 24 Jahre alt. Am 6. Februar 1991 wurde die Maschine an die Lufthansa ausgeliefert. Zwischenzeitlich war sie unter dem Städtenamen „Mannheim“ unterwegs.

Technisch aufgerüstet

Die Maschine hatte bei rund 46 700 Flügen mehr als 58 300 Flugstunden auf dem Buckel. Damit gehörte das Flugzeug zu den ältesten noch in Betrieb stehenden A 320. Diese Flugzeiten gelten auch für Passagierjets als relativ fortgeschritten, doch nach Ansicht von Experten ist das nicht ungewöhnlich für die zivile Luftfahrt.

Die Fluggesellschaft Germanwings betont, dass die abgestürzte Maschine mit der neuesten Computertechnik ausgestattet war. Ein Technikproblem, wie es kürzlich bei einer Lufthansa-Maschine aus derselben Airbus-Familie passierte, die vom Computer in den Sturzflug geschickt wurde, sei daher unwahrscheinlich, sagte Stefan-Kenan Scheib, Leiter des Flugbetriebs bei Germanwings.

Revolutionäres Steuerungs-System

Insgesamt kam es mit diesem Typ bisher zu 27 Zwischenfällen, nach denen A 320-Maschinen als Totalverlust abgeschrieben werden mussten. 18 davon waren Abstürze, bei denen insgesamt 799 Menschen starben. Trotz dieser erschreckenden Zahlen gehört der Airbus wegen seiner hohen Stückzahl insgesamt zu den zehn sichersten Passagiermaschinen.

Im November 1988 erhielt der Airbus A 320 die Musterzulassung der vier europäischen Zulassungsbehörden. Die Lufthansa setzt das Flugzeug als erster Betreiber ein. Die Maschine galt wegen des neuartigen Computer-Steuersystems als revolutionär. Die A 320 war das erste in Serie produzierte Zivilflugzeug, das ausschließlich über „Fly by Wire“ gesteuert wurde, lediglich die Concorde verfügte über ein ähnliches System. Es spart Gewicht und somit Kosten.

Computer „lenkt mit“

Das elektronische System ermöglicht die Steuerung des Flugzeugs ohne eine direkte mechanische Verbindung zwischen Cockpit und Steuerflächen. Statt des herkömmlichen Steuerhorns lenkte der Pilot mithilfe eines kleinen Steuerknüppels, dem „Sidestick“. Der Bordcomputer setzt die Steuerbefehle um und lenkt quasi mit. Seit Einführung des Systems wird über mögliche Gefahrenquellen diskutiert.

 
 

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