Unfassbare Veränderung: Dieser CSU-Mann sah vor kurzem noch völlig anders aus

Armin Petschner und das "CSYOU"-Video der CSU: Die Zahl der Menschen, die den Clip nicht mögen, ist größer als die Zahl der Wohlgesinnten.
Armin Petschner und das "CSYOU"-Video der CSU: Die Zahl der Menschen, die den Clip nicht mögen, ist größer als die Zahl der Wohlgesinnten.
Foto: Screenshot

Apropos Wahlergebnisse: Die Zahlen zum neuen CSU-Jugendkanal „CSYOU“ sind eindeutig.

Fast 100.000 Menschen haben die erste Folge des Youtube-Formats mit einem „Daumen nach unten“ bewertet. Der steht für „Mag ich nicht“. Nur 2700 Nutzer gaben dem Clip ein Like.

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„CSYOU"-Video der CSU auf Youtube

Die Zahl der Menschen, die das CSU-Video von CSU-Kommunikationsreferent Armin Petschner nicht mögen und das durch einen Klick offen kundtun, steigt im Sekundentakt - was die konstante 2700 daneben noch trauriger aussehen lässt.

Man könnte auch sagen: Der CSU-Clip wurde abgewählt.

Eine Riesenüberraschung ist das nicht. Der Kanal „CSYOU“ soll auch eine Reaktion auf das sogenannte „Zerstörungsvideo“ von Youtuber Rezo sein, der die Partei in einem 30-Minuten-Clip kurz vor der Europawahl arg zerlegt hatte.

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Draht zur Youtube-Generation verloren

Millionen Menschen sahen das Video. Und die Union ahnte, dass sie den Draht zur Youtube-Generation irgendwie verloren hatte.

Erst sollte es Jungpolitiker Philipp Amthor richten. Der schuf aber statt eines Antwort-Clips an Rezo nur eine Legende: Denn das versprochene Video wurde nie gezeigt, lockt seither aber vermutlich ähnlich viele neugierige Schatzjäger wie das Bernsteinzimmer an.

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Armin Petschner: Wie eine Persiflage auf Influencer-Klischees

Die nächste Idee der Union manifestierte sich in einer PDF-Datei. Spätestens danach konnte man damit rechnen, dass das „CSYOU“-Video nur bedingt gelingen würde.

In der Tat wirkt der Clip von CSU-Social-Media-Referent Armin Petschner fast so wie eine Persiflage auf sämtliche Youtuber-Klischees: enervierend schnelle Schnitte, Soundeffekte aus dem Nichts und dazu eine Übertreiber-Mimik wie aus einem Stummfilmklassiker.

Nur: Die CSU meint das ernst. Sowas mögen die jungen Leute, dachte man sich. Das geht so weit, dass Armin Petschner sich selbst einer kompletten Typveränderung unterworfen hat: Denn Petschner sah wenige Monate vor dem Video noch komplett anders aus.

CSU-Mann sonst mit Brille und Krawatte

Im „CSYOU“-Clip sieht man den CSU-Mann mit wasserstoffblond gefärbter Kurzhaarfrisur. Petschner zeigt sich brillen- und kragenlos. Eigentlich sieht der junge Mann aber völlig anders aus. In einem Video, das nur ein paar Monate alt ist, hat Armin Petschner dunkle Haare und trägt einen Seitenscheitel, der einen recht konservativen Eindruck macht. Dazu: Hemd (mit Kragen!), Anzug, Krawatte.

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Die optische Wandlung von Armin Petschner zum vermeintlichen Influencer unterstreicht ein Symptom: Die Unionsparteien verzetteln sich, wenn sie versuchen, zu kopieren, um zu punkten - und dafür den vielleicht wichtigste Währung einer demokratischen Partei aus dem Blick verlieren: Authentizität.

 
 

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