Umfrage-Tiefstand für Kanzlerkandidat Steinmeier

Hamburg. Die Werte für SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sind laut einer Umfrage auf einen Tiefstand gefallen. 22 Prozent würden für ihn stimmen, wenn sie den Kanzler direkt wählen dürften. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte mit 51 Prozent ihren Jahresbestwert aus dem Januar ein.

Kurz vor dem offiziellen Wahlkampfauftakt der SPD sind die Werte für Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier in einer Forsa-Umfrage auf einen Tiefstand gesunken. In der am Mittwoch veröffentlichten wöchentlichen Umfrage des Magazins «Stern» und des Senders RTL verlor Steinmeier zwei Punkte. 22 Prozent der Deutschen würden für ihn stimmen, wenn sie den Kanzler direkt wählen dürften - das war der schlechteste von Forsa ermittelte Wert seit Steinmeiers Kür zum Kanzlerkandidaten im September 2008. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewann hingegen einen Punkt hinzu und stellte mit 51 Prozent ihren Jahresbestwert aus dem Januar ein.

Von den positiven Werten der Kanzlerin konnten die Unionsparteien nicht profitieren. CDU und CSU sanken um einen Punkt auf 35 Prozent. Die SPD verharrte in der Wählergunst bei 24 Prozent, die Grünen lagen unverändert bei zehn Punkten. Für die Linkspartei würden elf Prozent (plus einen Punkt) der Bürger stimmen, wenn jetzt Bundestagswahl wäre.

Gemeinsam lag das bürgerliche Lager aus CDU/CSU und FDP mit 51 Prozent damit vor dem «linken Lager» aus SPD, Grünen und Linkspartei mit zusammen 45 Prozent. Eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen käme zusammen auf 50 Prozent und könnte damit nach derzeitigem Stand eine Regierungsmehrheit im Bundestag stellen.

Zahl der Unentschlossenen deutlich höher als 2005

Das Lager der Unentschlossenen und Nichtwähler ist der Umfrage zufolge fünfeinhalb Monate vor der Wahl mit 30 Prozent deutlich größer als 2005. Demnach zeigten sich 15 Prozent der Befragten noch unentschlossen, weitere 15 Prozent gaben an, sie wollten nicht wählen gehen. «Dabei treffen Nicht-Wähler ihre Entscheidung oft bewusst», sagte Forsa-Chef Manfred Güllner auf «stern.de». Grund hierfür sei ein Vertrauensverlust in die Parteien und die Politiker.

Das größte Mobilisierungspotenzial sieht Güllner bei der SPD: «Unter den Unentschlossenen sind derzeit mehr Menschen, die 2005 SPD gewählt haben, als Wähler anderer Parteien. Deswegen hat die SPD gewisse Wählerreserven wie schon 2002 und 2005.» Das Forsa-Institut befragte in der vergangenen Woche 2000 Bundesbürger. (afp)

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