Düsseldorf

Umfragen kurz vor der NRW-Wahl: CDU jetzt knapp vor SPD

Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) während eines TV-Duells Anfang Mai 2017.
Armin Laschet, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, und die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) während eines TV-Duells Anfang Mai 2017.
Foto: Herby Sachs / dpa
Lange sahen Meinungsforscher die SPD von Ministerpräsidentin Kraft deutlich vorn in NRW. Nun aber ist die CDU an der SPD vorbeigezogen.

Düsseldorf.  Kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat die CDU die SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erstmals seit langer Zeit wieder in zwei Umfrage überholt.

Wie die Forschungsgruppe Wahlen am Donnerstag für das ZDF ermittelte, käme die CDU in der Sonntagsfrage auf 32 Prozent knapp vor der SPD mit 31 Prozent. Die Grünen könnten nur noch mit 6,5 Prozent rechnen. Die FDP würde 13,5 Prozent erreichen. Die Linke mit 6 Prozent und die AfD 6,5 Prozent wären im Landtag vertreten. Damit würde Rot-Grün gegenüber der Landtagswahl 2012 dramatisch einbrechen und hätte keine Regierungsmehrheit mehr.

Auch in einer Erhebung des Instituts YouGov im Auftrag von Sat.1 NRW liegt die Partei des CDU-Herausforderers Armin Laschet nun mit 31 Prozent knapp vor der SPD mit 30 Prozent.

Die CDU hat demnach 4 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Stichprobe des Meinungsforschungsinstituts vor gut zwei Wochen hinzugewonnen, die SPD dagegen 6 Punkte verloren. Die einzige denkbare Regierungskonstellation wäre danach eine große Koalition.

Linke wäre laut Umfrage wieder im Landtag

Die FDP von Christian Lindner könnte laut YouGov aktuell mit 9 Prozent rechnen (plus zwei Punkte). Die AfD muss zwei Prozentpunkte abgeben und liegt nun ebenfalls bei 9 Prozent. Die Linke würde es nach fünf Jahren Pause mit 8 Prozent (unverändert) wieder in den Düsseldorfer Landtag schaffen. Die Grünen können sich um einen Punkt auf 7 Prozent verbessern. In einem Sechs-Parteien-Parlament wären die Piraten künftig nicht mehr vertreten.

Für die repräsentative Umfrage hatte das Institut online 1017 Wahlberechtigte befragt – und zwar vom 8. bis 10. Mai, also nach dem Kraft-Laschet-TV-Duell und der Wahl in Schleswig-Holstein, die die CDU gewonnen hatte.

Einzig denkbare Koalition: Schwarz-Rot

Beim Beliebtheitswert liegt Ministerpräsidentin Kraft danach zwar vor Laschet, allerdings mit deutlichen Einbußen. Könnte der Regierungschef direkt gewählt werden, würden sich 34 Prozent für Kraft entscheiden – ein Minus von 8 Punkten im Vergleich zur letzten YouGov-Umfrage. Für Laschet würden sich nach wie vor 21 Prozent entscheiden.

Rot-Grün könnte der Umfrage zufolge nicht weiterregieren, verfehlt erneut die Mehrheit. Aber auch für eine – von Kraft am Mittwoch ohnehin ausgeschlossene – rot-rot-grüne Koalition mit den Linken würde es nicht reichen. Ebenso wäre ein Zweierbündnis aus CDU und FDP oder aus SPD und FDP nicht machbar. Und Dreier-Bündnisse hatten entweder die Grünen oder die FDP ausgeschlossen.

http://Ist_die_NRW-Wahl_ein_Gradmesser_für_die_Bundestagswahl?{esc#210404103}[xhtml]

CDU lag zuletzt im April 2016 vor der SPD

In drei Umfragen der vergangenen Tage hatte die SPD leicht vorne gelegen oder mit der CDU gleichauf bei 32 Prozent. Zuletzt hatte die CDU vor gut einem Jahr bessere Umfragewerte als die SPD geschafft – Ende April 2016 beim Institut INSA.

Angaben über Unentschlossene, die nicht wissen, ob oder wen sie wählen, wurden in den YouGov-Ergebnissen nicht ausgewiesen. Die Fehlertoleranz gab das Institut mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten an. (dpa/tobi)

 
 

EURE FAVORITEN