Umfrage-Beben! Das gab es noch nie – SPD auf historischem Tiefpunkt, Grüne überholen Union

Andrea Nahles mag wohl angesichts der neuen Umfrage-Zahlen gar nicht mehr hinsehen. So mies stand die SPD noch nie da.
Andrea Nahles mag wohl angesichts der neuen Umfrage-Zahlen gar nicht mehr hinsehen. So mies stand die SPD noch nie da.
Foto: imago images

Diese Umfrage ist ein Hammer!

Die politische Stimmung in Deutschland hat sich in der vergangenen Woche massiv verändert. Das zeigt sich im neuen Forsa-Trendbarometer von RTL und n-tv. Großer Verlierer der Umfrage: die SPD. Sie stürzt nach ihrer historischen Wahlniederlage vom vergangenen Sonntag um fünf Punkte auf zwölf Prozent ab. Die Grünen haben erstmals in einer Umfrage zur Bundestagswahl die Union von Platz eins verdrängt.

Im Forsa-Trendbarometer gewinnen die Grünen eine Woche nach ihrem erdrutschartigen Erfolg bei der Europawahl neun Prozentpunkte hinzu und landen bei 27 Prozent. CDU und CSU liegen mit 26 Prozent (minus zwei im Vergleich zur Vorwoche) nur knapp dahinter.

SPD auf Tiefpunkt, Grüne historisch gut

Die SPD liegt nach ihrem Absturz nur noch einen Prozentpunkt vor der AfD mit 11 Prozent (minus 2). Dahinter folgen die FDP mit 8 (unverändert) und die Linke mit 7 (minus 1). Die Umfrage fand zwischen dem 27. und dem 31. Mai statt.

Die Grünen waren bei der Europawahl am 26. Mai mit 20,5 Prozent erstmals zweitstärkste Kraft geworden. Union und SPD hatten dagegen mit 28,9 beziehungsweise 15,8 Prozent ihr bisher schlechtestes Ergebnis eingefahren.

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Wenn jetzt Bundestagswahlen wären, ergäbe sich folgende Stimmverteilung:

  • CDU/CSU 26 Prozent (Bundestagswahl 32,9%)
  • SPD 12 Prozent (20,5%)
  • FDP 8 Prozent (10,7%)
  • Grüne 27 Prozent (8,9%)
  • Linke 7 Prozent (9,2%)
  • AfD 11 Prozent (12,6%)

Neun Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,2%). 17 Prozent aller Wahlberechtigten sind derzeit unentschlossen oder würden nicht wählen (Nichtwähler 2017: 23,8%).

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Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner sagte gegenüber der Mediengruppe RTL: „Union und SPD haben weitgehend ignoriert, dass schon bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen viele ihrer früheren Wähler aus der liberalen Mitte zu den Grünen abgewandert sind und haben sich eher um den linken beziehungsweise rechten Rand des Wählerspektrums gekümmert.

Nach der Europawahl rächt sich zudem, dass beide Parteien sich den Abwanderern zu den Grünen mit einem stärkeren Engagement beim Klimaschutz anbiedern wollen. Doch damit stärkt man - wie die aktuellen Daten zeigen - nur das grüne Original.“

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Kramp-Karrenbauer würde gegen Scholz verlieren

Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in der Woche nach der Europawahl weitere deutliche Sympathie-Verluste zu verzeichnen. Im RTL/n-tv-Trendbarometer wurde an jedem Wochentag gefragt, für wen die Deutschen sich entscheiden würden, wenn sie den Kanzler direkt wählen könnten.

Wenn AKK gegen SPD-Chefin Andrea Nahles anträte, würden 24 Prozent der Bundesbürger sich für die CDU-Chefin entscheiden - ein Minus von sechs Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Nahles käme unverändert auf 13 Prozent. Wenn AKK gegen den Vizekanzler Olaf Scholz anträte, käme sie auf 21 Prozent (minus fünf Prozentpunkte). Scholz würde um einen Prozentpunkt auf 26 Prozent steigen und damit erstmals vor Kramp-Karrenbauer liegen. (ms mit dpa)

 
 

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