Ukraine: Putin hat immer bessere Chancen, den Krieg zu gewinnen – Experte sieht schwarz

G7-Gipfel endet mit massiven Unterstützungszusagen an die Ukraine

G7-Gipfel endet mit massiven Unterstützungszusagen an die Ukraine

Der G7-Gipfel ist mit der Zusage massiver Unterstützung für die Ukraine in ihrem Kampf gegen Russland zu Ende gegangen. "Die G7 stehen eng und unverbrüchlich an der Seite der Ukraine", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zum Abschluss des dreitägigen Treffens.

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Beim G7-Treffen in Elmau demonstrierten die größten Industrienationen des Westen Stärke gegenüber Putin und Solidarität mit der Ukraine. Auch auf dem NATO-Gipfel in Madrid treten Europa, USA und Kanada als Einheit auf. Doch hat Russland trotzdem die besseren Karten im Ukraine-Krieg? Ein Professor und Militärexperte sieht das so.

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News-Blog zum Ukraine-Krieg

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11.55 Uhr: Russische Komiker bekennen sich zu Klitschko-Streich

Das Fake-Videotelefonat von von Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey mit einem falschen Vitali Klitschko sorgte für Schlagzeilen. Auch in Madrid, Wien, Warschau und Budapest wurden die Stadtoberhäupter auf diese Masche reingelegt. Nun konnte das ARD-Politikmagazin „Kontraste“ recherchieren, dass hinter ein russisches Comedy-Duo stecken soll.

Vladimir Krasnov und Alexei Stolyarov, in Russland bekannt als „Vovan“ und „Lexus“ sollen die Fake-Telefonate durchgeführt haben. Das Duo wolle Videoaufzeichnungen aller Gespräche ab Donnerstag ins Netz stellen.

10.30 Uhr: Russland hat gute Chancen, Ukraine-Krieg zu gewinnen – sagt ein westlicher Militärexperte

Wie geht es weiter im Ukraine-Krieg? Militärtheoretiker Martin van Creveld aus Jerusalem analysiert für die Zeitung „Welt“ die Lage und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis für den Westen. Der Professor rechnet mit einem Sieg Putins! Er nennt vier Gründe, die für Russland sprechen.

So seien zwar seit 1945 viele staatlich geführte Kriege gescheitert, weil die Besatzer durch asymmetrische Kriegsführung und Terror zermürbt wurden. Doch die Ukraine führe keinen Guerilla-Krieg, sondern versuche in einer konventionellen Kriegsführung gegen Russland Stand zu halten. „Angesichts der Tatsache, dass auf eine ukrainische Salve zehn russische kommen, kann eine solche Strategie eigentlich nur das Rezept für eine Niederlage sein“, zeigt sich van Creveld überzeugt.

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Zudem hätten die Russen mittlerweile ihre Taktik erfolgreich angepasst. Nach dem gescheiterten Versuch einer Blitzeinnahme der Hauptstadt Kiew, setze man nun auf „die mächtigste Waffe“ der russischen Armee: die Artillerie und auf massive Zerstörungen von Städten und Siedlungen. So hätte der Angreifer deutlich weniger Verluste, während auf Seiten der Ukrainer täglich 100 bis 200 Soldaten fielen.

Hinzu würden die Nachschub-Probleme kommen. Zwar liefere der Westen moderne Waffen, doch eben nur schleppend und oft sei noch eine Ausbildung nötig. Außerdem erweise sich Russland auch durch die wirtschaftliche Kooperation mit China und Indien als ökonomisch widerstandsfähiger als erwartet. „Der Rubel, der nach Kriegsbeginn vor dem Kollaps stand, hat im Dollarvergleich ein Sieben-Jahres-Hoch erreicht, Tendenz steigend. Dank zurückgehender Importe und dem enormen Anstieg der Energiepreise fließt mehr Geld in russische Kassen als jemals zuvor“, berichtet van Creveld.

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Insgesamt kommt der Professor in seinem „Welt“-Gastbeitrag somit zum Fazit, dass Putin weitaus bessere Chancen hat als noch im Frühjahr.

10.15 Uhr: Ukraine verklagt Russland beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte

Die Ukraine hat Russland schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen und eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg eingereicht. Konkret wirft die Selenskyj-Regierung Russland gezielte und unverhältnismäßige Angriffe auf Zivilisten vor.

In der Beschwerde führt die Ukraine auf, dass Zehntausende Zivilisten verletzt, getötet oder verhaftet worden seien oder als vermisst gelten. Hunderttausende hätten ihr Zuhause oder ihren Besitz verloren, Millionen seien vertrieben worden und auf der Flucht.