Ukraine-News: Angebliche Tonaufnahme befeuert Krebs-Gerüchte um Putin

Selenskyj: Russische Soldaten verwandeln Donbass in "Hölle"

Selenskyj: Russische Soldaten verwandeln Donbass in "Hölle"

Mit massiven Angriffen haben die russischen Truppen den Osten der Ukraine nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj in "die Hölle" verwandelt. "Das ist keine Übertreibung", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

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Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine dauert nun beinah schon drei Monate an. Wladimir Putin verfolgt immer noch das Ziel, ukrainisches Territorium einzunehmen, während die Ukrainer sich mithilfe westlicher Unterstützung verteidigen.

Nun gibt es immerhin ein wenig Grund zur Hoffnung: Der Kreml signalisiert Verhandlungsbereitschaft mit Kiew.

Das Gerücht, Wladimir Putin sei schwer an Krebs erkrankt, hält sich unterdessen hartnäckig.

Newsblog zum Ukraine-Krieg

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Donnerstag, 26. Mai 2022

09.15 Uhr: Angebliche Oligarchen-Aussage befeuert Krebs-Gerüchte um Wladimir Putin

Seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte um eine angebliche Krebs-Erkrankung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auch die Ukraine griff das Thema mehrfach auf. Kyrylo BudanowIn beispielsweise, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, sagte in einem Gespräch mit der Zeitung „Ukrainska Prawda“, er könne bestätigen, dass Putin Krebs habe. „Ja, wir können die Information, dass Putin Krebs hat, voll bestätigen. Er leidet an mehreren schweren Krankheiten, eine davon ist Krebs“, so der Geheimdienstchef.

Der Kreml bestätigte diese Gerüchte natürlich nicht! Dennoch werden sie nun weiter angeheizt. Dafür sorgte auch ein Bericht des US-Magazin „New Lines“. Dem Newsoutlet wurde nach eigenen Angaben eine Tonaufnahme zugespielt. Angeblich darauf zu hören: Ein russischer Oligarch, der über Putins Blutkrebs-Behandlung spricht. „Wir sind natürlich nicht in der Lage, diese Behauptung von unabhängiger Seite zu bestätigen“, schreibt das Blatt. „Aber die Aufnahme ist die seltene Aussage einer Person mit nachgewiesenen Verbindungen zur russischen Regierung, dass es dem fanatischen Diktator ernsthaft schlecht gehen könnte“, so die Behauptung.

08.00 Uhr: Selenskyj klagt über zu viel Rücksichtnahme gegenüber Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Weltgemeinschaft aufgerufen, sich eindeutiger auf die Seite seines von Russland angegriffenen Landes zu stellen. In seiner Videoansprache vom Mittwochabend zeigte er sich enttäuscht auch von den Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Egal, was der russische Staat tut, es gibt jemanden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen“, sagte Selenskyj.

Auch in Davos sei es so gewesen. „Und das trotz Tausender russischer Raketen, die die Ukraine treffen. Trotz Zehntausender getöteter Ukrainer. Trotz Butscha und Mariupol“. Russland tue dies mitten in Europa. Selenskyj kritisierte in diesem Zusammenhang den früheren US-Außenminister Henry Kissinger. Auch dieser hatte gesagt, dass ein Frieden für die Ukraine wohl nur mit Gebietsabtretungen an Russland zu erreichen sei.

Selenskyj wurde am Mittwoch per Video zu einer Gesprächsrunde in Davos zugeschaltet und sagte, die Ukraine werde kein Gebiet abgeben. „Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat.“ Er sei bereit zu Gesprächen mit Moskau, wenn Russland sich auf die Frontlinien von vor dem 24. Februar zurückziehe.

Mittwoch, 25. Mai 2022

18.40 Uhr: Putin besucht erstmals in der Ukraine verletzte russische Soldaten

Der russische Präsident Wladimir Putin hat erstmals Soldaten besucht, die beim Militäreinsatz in der Ukraine verletzt wurden Bei seinem Besuch in einem Moskauer Militärkrankenhaus unterhielt sich der Staatschef mit mehreren Soldaten über ihre Heimatstädte und ihre Familiensituation, wie am Mittwoch im russischen Fernsehen zu sehen war. Die Soldaten standen aufrecht neben ihren Betten, ihre Verletzungen waren nicht sichtbar.

„Diese Menschen, die ihre Gesundheit, ihr Leben für die Bevölkerung und die Kinder im Donbass, für das Wohl Russlands riskieren, sie alle sind Helden“, sagte Putin im Anschluss bei einem Treffen mit Regierungsbeamten. Verteidigungsminister Sergej Schoigu nahm an dem Besuch drei Monate nach Beginn der russischen Offensive gegen das Nachbarland ebenfalls teil.

7.38 Uhr: Harte Kritik an Deutschland - US-Milliardär warnt vor der Ende der Zivilisation

Der US-Milliardär George Soros hat vor einem Ende der „Zivilisation“ wegen des Ukraine-Kriegs gewarnt. Die russische „Invasion könnte der Beginn des Dritten Weltkriegs gewesen sein, und unsere Zivilisation wird ihn vielleicht nicht überleben“, sagte Soros am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos in der Schweiz. „Wir müssen alle unsere Ressourcen mobilisieren, um den Krieg zu einem frühen Ende zu bringen.“

Der „beste und vielleicht einzige Weg, unsere Zivilisation zu bewahren, besteht darin, Putin so schnell wie möglich zu besiegen“, sagte er weiter. Er lobte die Unterstützung der USA und Europas für die Ukraine. Gleichzeitig ging er hart mit Deutschland ins Gericht.

Die europäische Abhängigkeit von russischen Energielieferungen sei „größtenteils auf die merkantilistische Politik der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel zurückzuführen“, sagte er. „Ich glaube, dass Putin Europa sehr geschickt erpresst hat, indem er damit drohte, den Gashahn zuzudrehen“, fügte Soros hinzu.

In Wirklichkeit sei die Drohung des russischen Präsideten jedoch „viel weniger überzeugend, als er vorgibt“. Putin befinde sich „tatsächlich in einer Krise und hat es irgendwie geschafft, Europa in Angst und Schrecken zu versetzen“. Putin habe im vergangenen Jahr Gas eingelagert, anstatt es nach Europa zu exportieren. Die anschließende Verteuerung habe Russland „eine Menge Geld“ eingebracht.

Allerdings würden die Europäer bis Juli ihrer Speicher füllen, wodurch Putin an Macht verliere. Russland haben nämlich derzeit keinen anderen Markt als Europa, um das Gas zu exportieren. Putin ist „in einer angespannten Situation. Er muss etwas mit dem Gas machen“, sagte Soros. „Europa hat eine viel stärkere Position, als es zugibt.“

Soros ist das Feindbild vieler Populisten in Osteuropa, besonders Ungarn, der Türkei und Russland. Der Milliardär ist ein ungarischstämmiger Jude, der mit seinen Stiftungen unter anderem Bewegungen unterstützt, die sich gegen autoritäre Staatsführungen richten.

24. Mai 2022

20.41 Uhr: Schröder verzichtet auf Nominierung für Gazprom-Aufsichtsrat

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hat nach eigenen Angaben schon vor längerer Zeit auf die Nominierung für den Aufsichtsrat des russischen Energiekonzerns Gazprom verzichtet. Dies habe er dem Unternehmen auch mitgeteilt, teilte Schröder am Dienstagabend auf dem Online-Portal „Linkedin“ mit. Die Authentizität des Beitrags wurde der Deutschen Presse-Agentur aus seinem Umfeld bestätigt.

17.20 Uhr: Gazprom nominiert Schröder für Aufsichtsrat

Nach Berichten des Nachrichtensender „n-tv“ soll Altkanzler Gerhard Schröder offiziell für einen Sitz im Aufsichtsrat des russischen Energie-Konzerns Gazprom nominiert worden sein.

Gazprom war jahrelang Trikotsponsor des Fußballvereins Schalke 04. Wegen des Ausbruch des Kriegs in der Ukraine wurde diese Zusammenarbeit aber auf Eis gelegt.

13.45 Uhr: Türkei will mit Schweden und Finnland über Nato-Beitritt reden

Die Türkei will mit Finnland und Schweden über die Aufnahme der beiden Länder in die Nato sprechen. Das Treffen der Delegationen finde am Mittwoch in Ankara statt, teilt das türkische Außenministerium mit. Präsident Erdogan hatte Vorbehalte gegen die Beitritte geäußert.

12.30 Uhr: Nato-Chef in Richtung Putin: „Jetzt bekommt er mehr Nato an seinen Grenzen“

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg unterstreicht den Willen und die Fähigkeit der Allianz, einer Aggression Russlands entgegenzutreten. „Wir können jede Aggression sofort beantworten“, sagt Stoltenberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Zugleich betont er: „Wir möchten keinen Konflikt provozieren, wir wollen Frieden.“ Putin habe weniger Nato an seinen Grenzen gewollt und dafür einen Krieg provoziert. „Jetzt bekommt er mehr Nato an seinen Grenzen.“

10 Uhr: Astronaut konnte Raketeneinschläge vom Weltall aus verfolgen

Astronaut Matthias Maurer hat den Ukraine-Krieg von der Internationalen Raumstation ISS aus gut beobachten können. „Ich konnte aus dem Weltall hervorragend sehen, was auf dem Boden passierte“, sagte der 52-Jährige im ARD-„Morgenmagazin“. Am Anfang sei das Land nachts ganz dunkel geworden, die Beleuchtung der Städte sei reduziert worden.

„Man hat eigentlich nur noch Kiew erkannt“, sagte er. In den ersten Kriegstagen habe er auch die Einschläge erkennen können. Über Kiew habe er nachts Blitze gesehen. Da habe er gewusst, dass Raketen eingeschlagen seien. „Tagsüber standen riesige schwarze Rauchsäulen über Städten wie Mariupol – das war mit bloßem Auge aus dem Weltraum ganz deutlich zu erkennen“, fügte er hinzu.

(red mit dpa/AFP)