Ukraine-News: „Völkermord“ – Selenskyj wird nach Gräueltaten im Donbass deutlich

Selenskyj: Russische Soldaten verwandeln Donbass in "Hölle"

Selenskyj: Russische Soldaten verwandeln Donbass in "Hölle"

Mit massiven Angriffen haben die russischen Truppen den Osten der Ukraine nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj in "die Hölle" verwandelt. "Das ist keine Übertreibung", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Beschreibung anzeigen

Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine dauert nun beinah schon drei Monate an. Wladimir Putin verfolgt immer noch das Ziel, ukrainisches Territorium einzunehmen, während die Ukrainer sich mithilfe westlicher Unterstützung verteidigen.

Nun gibt es immerhin ein wenig Grund zur Hoffnung: Der Kreml signalisiert Verhandlungsbereitschaft mit Kiew. Das Gerücht, Wladimir Putin sei schwer an Krebs erkrankt, hält sich unterdessen hartnäckig. Außerdem fand Kanzler Olaf Scholz beim Weltwirtschaftsforum in Davos deutliche Worte zum Ukraine-Krieg.

Newsblog zum Ukraine-Krieg

+++ Zum Aktualisieren HIER klicken +++

----------------

Freitag, 27. Mai 2022

8.54 Uhr: „Völkermord“ – Selenskyj wird nach Gräueltaten im Donbass deutlich

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau „Völkermord“ in der Ostukraine vorgeworfen, während die russische Armee ihre Angriffe rund um die Stadt Sewerodonezk intensivierte. Im Donbass betreibe Russland „eine offensichtliche Politik des Völkermords“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Fernsehansprache in der Nacht zum Freitag. Auch die Großstadt Charkiw im Norden der Ukraine wurde am Donnerstag erneut Ziel von Angriffen, neun Menschen starben.

Die russische Offensive könnte dazu führen, dass die Donbass-Region „unbewohnbar“ wird, sagte Selenskyj. Er warf Moskau vor, die ukrainischen Städte in Schutt und Asche legen zu wollen. „All dies, einschließlich der Verschleppung unserer Menschen und der Massentötung von Zivilisten, ist eine offensichtliche Politik des Völkermords, die von Russland betrieben wird.“

Donnerstag, 26. Mai 2022

14.56 Uhr: Kanzler Scholz wird in Davos deutlich

Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich beim Weltwirtschaftsforum in Davos zum Ukraine-Krieg und dessen Folgen geäußert. Die Bundesrepublik ist der einzige G7-Staat, der sein Regierungsoberhaupt in diesem Jahr zu dem üblicherweise hochkarätig besetzten Treffen entsandt hatte. Neben der Corona-Pandemie, dem Klimawandel war die viertätige Konferenz auch mit dem Thema Ukraine geprägt.

Bei seiner Rede sagte Scholz: „Hier nimmt eine nuklear hochgerüstete Großmacht für sich in Anspruch, Grenzen neu zu ziehen.“ Der Kanzler erklärte, er glaube „Ernsthaft über Frieden verhandeln wird Putin nur, wenn er merkt, dass er die Verteidigung der Ukraine nicht brechen kann“. Scholz betonte in diesem Kontext, die schweren Sanktionen des Westens gegen Russland seien auch historisch eine Besonderheit.

Zu einer möglichen Beteiligung der NATO sagte Scholz: „Wir tun nichts, was die NATO zur Kriegspartei werden lässt.“ Der SPD-Mann warnte erneut vor einer Konfrontation zwischen Nuklearmächten. Zu russischen Kriegserfolgen erklärte er, Putin habe alle strategischen Ziele in der Ukraine verfehlt. Der russische Präsident habe zudem die „Geschlossenheit und Stärke“ von NATO, EU und G7 unterschätzt. Das Ziel sei „ganz klar“, sagte Scholz. „Putin darf seinen Krieg nicht gewinnen. Und ich bin überzeugt: Er wird ihn nicht gewinnen!“

09.15 Uhr: Angebliche Oligarchen-Aussage befeuert Krebs-Gerüchte um Wladimir Putin

Seit geraumer Zeit kursieren Gerüchte um eine angebliche Krebs-Erkrankung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auch die Ukraine griff das Thema mehrfach auf. Kyrylo BudanowIn beispielsweise, der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, sagte in einem Gespräch mit der Zeitung „Ukrainska Prawda“, er könne bestätigen, dass Putin Krebs habe. „Ja, wir können die Information, dass Putin Krebs hat, voll bestätigen. Er leidet an mehreren schweren Krankheiten, eine davon ist Krebs“, so der Geheimdienstchef.

Der Kreml bestätigte diese Gerüchte natürlich nicht! Dennoch werden sie nun weiter angeheizt. Dafür sorgte auch ein Bericht des US-Magazin „New Lines“. Dem Newsoutlet wurde nach eigenen Angaben eine Tonaufnahme zugespielt. Angeblich darauf zu hören: Ein russischer Oligarch, der über Putins Blutkrebs-Behandlung spricht. „Wir sind natürlich nicht in der Lage, diese Behauptung von unabhängiger Seite zu bestätigen“, schreibt das Blatt. „Aber die Aufnahme ist die seltene Aussage einer Person mit nachgewiesenen Verbindungen zur russischen Regierung, dass es dem fanatischen Diktator ernsthaft schlecht gehen könnte“, so die Behauptung.

08.00 Uhr: Selenskyj klagt über zu viel Rücksichtnahme gegenüber Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Weltgemeinschaft aufgerufen, sich eindeutiger auf die Seite seines von Russland angegriffenen Landes zu stellen. In seiner Videoansprache vom Mittwochabend zeigte er sich enttäuscht auch von den Beratungen beim Weltwirtschaftsforum in Davos. „Egal, was der russische Staat tut, es gibt jemanden, der sagt: Lasst uns seine Interessen berücksichtigen“, sagte Selenskyj.

Auch in Davos sei es so gewesen. „Und das trotz Tausender russischer Raketen, die die Ukraine treffen. Trotz Zehntausender getöteter Ukrainer. Trotz Butscha und Mariupol“. Russland tue dies mitten in Europa. Selenskyj kritisierte in diesem Zusammenhang den früheren US-Außenminister Henry Kissinger. Auch dieser hatte gesagt, dass ein Frieden für die Ukraine wohl nur mit Gebietsabtretungen an Russland zu erreichen sei.

Selenskyj wurde am Mittwoch per Video zu einer Gesprächsrunde in Davos zugeschaltet und sagte, die Ukraine werde kein Gebiet abgeben. „Die Ukraine kämpft, bis sie ihr gesamtes Territorium zurück hat.“ Er sei bereit zu Gesprächen mit Moskau, wenn Russland sich auf die Frontlinien von vor dem 24. Februar zurückziehe.

(red mit dpa/AFP)