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Ukraine-Krieg: Bericht – Präsident Selenkskyj entlässt Botschafter Melnyk

Selenskyj: Wiederaufbau in der Ukraine muss schon jetzt beginnen

Die ukrainische Regierung schätzt die Kosten für den Wiederaufbau ihres vom russischen Angriffskrieg zerstörten Landes auf mindestens 720 Milliarden Euro. Der Wiederaufbau seines Landes müsse schon jetzt beginnen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer per Video übertragenen Rede zur Wiederaufbaukonferenz in der Schweiz.

Auf dem G20-Gipfel treffen Außenministerin Baerbock und ihr russischer Amtskollege Lawrow aufeinander. Doch der Russe suchte das Weite, als die Deutsche sprach. Ein ZDF-Journalist bekam Ärger mit Sicherheitskräften, als er den Putin-Vertrauten befragte.

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News-Blog zum Ukraine-Krieg

+++ Zum Aktualisieren +++

9. Juli 2022

17.23 Uhr: Wolodymyr Selenkskyj entlässt Ukraine-Botschafter Andrij Melnyk

Wolodymyr Selenkskyj hat Andrij Melnyk, den Botschafter der Ukraine in Deutschland, entlassen. Das berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf das ukrainische Präsidialamt.

Demnach soll der umstrittenen Diplomat ins Außenministerium nach Kiew wechseln und dort möglicherweise stellvertretender Außenminister werden. Melnyk wurde zuletzt scharf dafür kritisiert, dass er Partei für den Nationalistenführer Stepan Bandera ergriffen hat.

Bandera und seine Gefolgschaft haben sich unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg an der Ermordung zehntausender Zivilisten beteiligt. Melnyk hatte jedoch behauptet, dass Bandera kein Massenmörder gewesen sei.

Eine Meinung, die in der Ukraine weit verbreitet ist. Die ukrainische Regierung nahm jedoch sofort Abstand zu Melnyks Aussage, weil sie Russlands Propaganda vom angeblichen Kampf gegen das Naziregime in Kiew befeuere.

8. Juli 2022

6.55 Uhr: Putin droht dem Westen – „Haben noch nicht ernsthaft begonnen“

In einer neuen Drohrede, die Wladimir Putin vor Abgeordneten hielt, sagte der Kreml-Chef: „Jeder sollte wissen, dass wir noch nicht ernsthaft begonnen haben.“ An den Westen gerichtet erklärte er in Hinblick auf die Waffenlieferungen: „Wir hören, dass sie uns auf dem Schlachtfeld besiegen wollen. Lasst sie es versuchen.“

6.40 Uhr: ZDF-Reporter wird rausgeschmissen, als er Lawrow wichtige Frage stellt

ZDF-Reporter Andreas Kynast handelte sich Ärger mit den Sicherheitskräften beim G20-Gipfel auf Bali ein. Als der Journalist Russlands Außenminister Sergej Lawrow die Frage zurief, wann Russland den Krieg beenden werde, wurde er „von der indonesischen Sicherheit sofort rausgeschmissen“.

Kurz darauf berichtete Kynast über einen Eklat beim G20-Gipfel. Lawrow verließ direkt nach seinem Redebeitrag den Sitzungssaal. Damit entzog er sich der Antwort von Außenministerin Annalena Baerbock, die ihn auffordern wollte, den Ukraine-Krieg zu beenden.

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7. Juli 2022

13.50 Uhr: RTL sorgt für Empörung – „Witz über das Sudentenland“

Eine Forsa-Umfrage von RTL und ntv schlägt hohe Wellen in der Ukraine. Gefragt wurde für das Trendbarometer, ob die „Ukraine für Frieden auf Gebiete im Osten verzichten“ sollte. Die Antwort: 47 Prozent der Befragten stimmten mit „Ja“, 41 Prozent mit „Nein“.

Der ukrainische Journalist Danylo Mokryk ist fassungslos. Er teilte ein Screenshot der Umfrage auf Twitter und schrieb dazu: „Es ist ehrlich gesagt mehr als beschämend. Ich bemühe mich wirklich, einen bitteren Witz über das Sudetenland zu unterdrücken.“

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Ein anderer Ukrainer fragt zynisch, warum die Zuschauer nicht gefragt werden, ob Deutschland Schleswig an Dänemark abtreten so. Ein anderer schlägt vor eine Umfrage zu starten, ob Bayern an Russland abgetreten werde solle. Auch deutsche Kommentatoren finden die Fragestellung arrogant.

13.20 Uhr: Putin-Vize rechnet mit Scholz-Rücktritt – „Wir warten auf Neuigkeiten aus Deutschland“

Russland hat die Medienberichte über den erwarteten Rücktritt des britischen Premierministers Boris Johnson mit Häme bejubelt. „Die ‚besten Freunde der Ukraine‘ gehen. Der „Sieg“ ist in Gefahr!“, schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, Ex-Präsident Dmitri Medwedew, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram. Johnsons Abgang sei das „rechtmäßige Ergebnis britischer Unverfrorenheit und niveauloser Politik. Besonders auf internationalem Feld“, meinte Medwedew.

Medwedew schrieb, dass vielleicht weitere Verbündete der Ukraine wegbrechen könnten. Provozierend fügte er hinzu: „Wir warten auf Neuigkeiten aus Deutschland, Polen und dem Baltikum“, so der frühere Staatschef. Allerdings wackeln dort die Regierungen nicht. Eine tiefgreifende Regierungskrise der Art von Großbritannien ist in Berlin nicht in Sicht.