Ukraine-Krieg: Neues Massengrab gefunden! Russen hinterlassen erneut Dutzende Tote

Ukraine-Krieg: Von der Leyen und Borrell besuchen Butscha

Ukraine-Krieg: Von der Leyen und Borrell besuchen Butscha

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell haben den Kiewer Vorort Butscha besucht. Dort sahen sie unter anderem das Massengrab, das seit dem Abzug der russischen Soldaten auch international für Entsetzen sorgt.

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Der Ukraine-Krieg macht die neue Mauer zwischen Moskau und dem Westen wird immer höher: Während der Kreml Kriegsverbrechen in der Ukraine leugnet und weiter brutal angreifen lässt, schmeißt das Putin-Regime deutsche Stiftungen aus dem Land.

In diesen News-Blog liest du neue Entwicklungen über den Ukraine-Krieg, aus Russland, über Kreml-Herrscher Wladimir Putin, Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie über die Reaktionen der NATO und EU.

News-Blog zum Ukraine-Krieg

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Sonntag, 10. April 2022

12.00 Uhr: Erneut Massengrab gefunden! Dutzende Tote liegen westlich von Kiew

Erneut hinterlassen die russischen Truppen einen Schreckensfund in der Ukraine. Nach Abzug der Soldaten westlich von Kiew sind Dutzende tote Zivilisten in einem Massengrab gefunden worden.

„Nahe der Tankstelle von Busowa haben wir heute noch tote Zivilisten in einer Grube gefunden“, erklärte Gemeindevorsteher Taras Didytsch in der Nacht zu Sonntag im ukrainischen Fernsehen. Auf der Trasse von Kiew nach Schytomyr seien zudem etwa 15 Kilometer von Kiew entfernt Leichen bei einem Dutzend beschossener Auto gefunden worden.

Sechs Wochen ist der Angriff von Russland auf die Ukraine mittlerweile her – laut Vereinten Nationen wurden bisher über 1700 tote Zivilisten registriert. Die Dunkelziffer der zivilen Opfer schätzen die Vereinten Nationen jedoch weiteraus höher ein, genauso wie die ukrainische Regierung in Kiew.

10.37 Uhr: 13 Kilometer langer Militär-Konvoi auf dem Weg nach Charkiw

Laut des US-amerikanischen Senders „CNN“ befindet sich ein 13 Kilometer langer Militär-Konvoi der russischen Armee auf dem Weg in die nordöstliche Stadt Charkiw.

Satellitenbilder-Auswertungen der Firma „Maxar“ zeigen demnach den Konvoi auf dem Weg durch die ostukrainische Stadt Welykyj Burluk (östlich von Charkiw) und besteht laut „Focus“ aus gepanzerten Fahrzeugen, Lastwagen mit Artillerie und Ersatzmaterial.

Russland hatte angekündigt, die Truppen im Osten und Süden der Ukraine zusammen zu ziehen und dort verstärkt anzugreifen. Die Millionen-Stadt Charkiw ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt in der Ukraine und ist bedeutendes Industriezentrum sowie Verkehrsknotenpunkt.

9.08 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Butscha – „Zutiefst beklemmend“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen machte sich am Freitag selbst ein Bild von der verherrenden Lage in Butscha in der Ukraine. In dem Kiewer Vorort waren nach Abzug der russischen Truppen zahlreiche Leichen gefunden wurden.

Gemeinsam mit dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell und dem slowakischen Regierungschef Eduard Heger nahm von der Leyen ein Massengrab in Buscha in Augenschein, erklärt, sie habe dabei „die hässliche Fratze des Krieges gesehen“. Sie habe außerdem ausgebombte Autos und Häuser, „die einfach wahllos zerschossen worden sind“ vorgefunden, erklärt Samstag in den Tagesthemen: Für ein solches „Grauen, da findet man eigentlich keine Worte“.

Gleichzeitig habe die Kommissionspräsidentin in Kiew aber auch „den unglaublichen Mut und den Widerstandswillen der Ukraine gesehen“. Das sporne dazu an, „dass wir sie unterstützen in diesem Kampf“.

Samstag, 9. April 2022

19.53 Uhr: Ukraine: Dritter Gefangenenaustausch mit Russland

Die Ukraine und Russland haben nach Kiewer Angaben zum dritten Mal seit Kriegsbeginn Gefangene ausgetauscht. Insgesamt seien 26 Ukrainerinnen und Ukrainer aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt, teilte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Samstag auf Facebook mit.

Zwölf der Befreiten seien ukrainische Militärangehörige, darunter eine Frau im Offiziersrang. Außerdem seien 14 Zivilisten befreit worden: 9 Frauen und 5 Männer. Wereschtschuk schrieb, der Austausch sei auf Befehl von Präsident Wolodymyr Selenskyj erfolgt.

18.00 Uhr: Russland stellt Kommando in Ukraine um

Strategiewechsel! Russland soll seine Kriegsführung in der Ukraine umorganisiert und einen neuen Kommandeur mit Syrien-Erfahrungen an deren Spitze gesetzt haben. Einem westlichen Regierungsvertreter zufolge wird die Militäroperation nun von dem General Alexander Dwornikow geleitet. Er hat umfassende Kriegserfahrung aus Syrien.

Dwornikow ist zuletzt Befehlshaber im südlichen Wehrbezirk Russlands gewesen. Für seinen Einsatz im Syrien-Krieg wurde er 2016 von Präsident Wladimir Putin mit dem Heldenstatus ausgezeichnet. Offiziell wurde der Kommandowechsel von russischer Seite zunächst nicht bestätigt.

Nach seinem Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar hat es Russland nicht geschafft, größere Städte wie die Hauptstadt Kiew einzunehmen. Zuletzt hat es sich in seinem Angriffskrieg vor allem auf die ostukrainische Donbass-Region fokussiert.

16.50 Uhr: Scholz fordert erneut Abzug Russlands aus Ukraine

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Sonnabend bei einer Wahlkampfveranstaltung in Lübeck erneut den sofortigen Abzug russischer Truppen aus der Ukraine gefordert. Angesichts der russischen Kriegsverbrechen sei es richtig, die Ukraine mit Verteidigungswaffen auszustatten, sagte er zum Auftakt der heißen Phase des Landtagswahlkampfes in Schleswig-Holstein. Im nördlichsten Bundesland wird am 8. Mai ein neuer Landtag gewählt.

In der gegenwärtigen Situation sei Einigkeit innerhalb der Europäischen Union und der Nato ein wichtiges Signal, sagte Scholz. „Deutschland und die NATO werden sich militärisch so aufstellen, dass niemand es wagen wird, unsere Länder anzugreifen“, sagte er.

15.25 Uhr: EU-Regierungschef glaubt Selenskyj nicht – „Will Beweise“

Heftige Attacke aus der EU auf den Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj! Osteuropa-Journalist Thomas Dudek nahm nun Bezug auf eine Interviewaussage von Selensyi in der „Bild“ und deckte die Hintergründe auf.

In der „Bild“ sprach der ukrainische Politiker davon, dass ein führender EU-Politiker, ein Regierungschef, Beweise für die Kriegsverbrechen in Butscha sehen wolle. Er habe gesagt: „Zeigen Sie uns Beweise, dass es nicht inszeniert war.“ Diese Rhetorik kenne er sonst nur aus dem Kreml, so Selenskyj. Einen Namen nannte er nicht.

Journalist Dudek klärte nun auf Twitter auf, dass es sich um Ungarns Präsident Viktor Orban handelt. Der in Europa höchst umstrittene Politiker habe bereits am Mittwoch diese Zweifel an den Kriegsverbrechen öffentlich kungetan. Zudem hat Orban immer wieder erklärt, dass sein Land „neutral“ bleiben wolle und nicht bereit sei, weitere Sanktionen gegen Putin mitzutragen.

15 Uhr: CDU nimmt Merkel vor Angriff aus der Ukraine in Schutz

Die CDU-Spitze hat sich in der Diskussion über eine Mitverantwortung von Altkanzlerin Angela Merkel für den russischen Angriff auf die Ukraine hinter die frühere Parteichefin gestellt. „Es wäre vermessen zu behaupten, dass Angela Merkel eine Mitschuld am Krieg in der Ukraine trifft. Es ist Putins Krieg gegen die Ukraine und der seiner Verbrecherclique im Kreml“, sagte CDU-Generalsekretär Mario Czaja in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Czaja sagte: „Die führenden Köpfe in der Politik haben Russland in der Vergangenheit anders, aus heutiger Sicht falsch, eingeschätzt.“ Mit Blick auf entsprechende Fehler-Eingeständnisse von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ergänzte er: „Deswegen habe ich auch großen Respekt davor, wenn amtierende Politiker heute ihre Verantwortung in der damaligen Zeit anders bewerten und dafür auch Verantwortung übernehmen.“

Merkel sei im politischen Ruhestand, sie habe sich klar gegen den russischen Krieg positioniert und für die Maßnahmen gegen diesen Krieg ausgesprochen. „Damit hat sie auch deutlich gemacht, wofür sie steht. Das ist ausreichend“, sagte Czaja.

9.30 Uhr: Kreml schockt Deutschland mit Anordnung

Russland reißt weitere Brücken nach Deutschland ab! Der Kreml hat die Arbeit mehrerer parteinaher deutscher Stiftungen und internationaler Menschenrechtsorganisationen verboten. Darunter der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung sowie der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, teilte das Justizministerium in Moskau am Freitag mit.

Auch die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch sowie neun weitere Nichtregierungsorganisationen sind wegen angeblicher „Verstöße gegen die geltende Gesetzgebung der Russischen Föderation“ betroffen.

Die Organisationen seien „dafür bestraft worden, dass sie die Menschenrechte verteidigt und den russischen Behörden die Wahrheit gesagt haben“, erklärte die Generalsekretärin von Amnesty International, Agnes Callamard.

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Der Vorstandsvorsitzende der Friedrich-Naumann-Stiftung, Karl-Heinz Paqué, sagte in Berlin: „Wer sich in Russland für Bürger- und Menschenrechte einsetzt, wird bestraft, bedroht und schikaniert.“ Die „Aggressionen“ von Präsident Wladimir Putin „gegen freiheitliche und demokratische Werte gehen weit über die Ukraine hinaus“. Die neue Ausweisungswelle von zivilgesellschaftlichen Organisationen sei „ein weiterer Schritt vom Autoritarismus zum Totalitarismus“.

Die Böll-Stiftung teilte mit, sie habe mehr als 30 Jahre lang für die „Vision eines freien, demokratischen Russlands“ gearbeitet. „Leider hat die russische Führung unter Präsident Putin das Land seit vielen Jahren in eine entgegengesetzte Richtung gesteuert.“

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8.55 Uhr: Fan in Sorge um ARD-Reporterin

ARD-Korrespondentin Ina Ruck berichtet aus Moskau. In der Regel teilt sie auch Beiträge auf Twitter. Seit dem 2. April war es jedoch still geworden auf ihrem Kanal. Ein besorgter Fan fragte deshalb nun nach, ob alles in Ordnung sei. Da meldete sich Ruck wieder und gab einen Einblick, wie sehr sie die Meldungen aus der Ukraine emotional belasten.

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Ruck antwortete: „Danke, wie nett! Alles ok. Die Funkstille hat mit Butscha zu tun. Wenn man den Ort kennt und Leute von dort, verschlägt es einem das Tweeten – und das Lesen von Tweets. Was soll dazu noch zu schreiben sein.“

(mit dpa)