Überhöhte Rechnungen und unseriöse Angebote

Düsseldorf.  Der jüngste Lagebericht des Landeskriminalamts (LKA) zur Korruption listet für 2013 Tausende Fälle von Bestechung in NRW auf. Vorstände, Ärzte, Beamte – auf allen Ebenen gibt es kriminelle Bakschisch-Vorfälle.

Da war der Fall des ehemaligen technischen Vorstands einer Wohnungsbaugesellschaft in Oberhausen, der im Vorjahr wegen Untreue und Bestechlichkeit in insgesamt 3431 Fällen zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wurde. Durch überhöhte Rechnungen entstand dem Unternehmen ein Schaden von 1,2 Millionen Euro. Dadurch verschaffte sich der Vorstand laut LKA eine „fortlaufende Einnahmequelle“.

Ein ehemaliger Klinikchef wurde in Duisburg zu drei Jahren und zehn Monaten verurteilt, weil er überteuerte EDV-Hardware eingekauft, Überstunden falsch abgerechnet und Tantiemen kassiert hatte, die ihm nicht zustanden.

Ein JVA-Beamter wurde wegen Bestechlichkeit zu einem Jahr und drei Monaten verurteilt, nachdem er für Vollzugslockerungen erhebliche Bargeldbeträge von zwei Häftlingen kassiert hatte.

Gegen eine Finanzbeamtin besteht der Verdacht, dass sie gegen Zahlung von Bargeld in rund 50 Fällen Einkommensteuererklärungen erstellte und diese dann im Finanzamt selbst bearbeitete.

Aber längst nicht jeder ist ansprechbar. 90 Prozent der Korruptionsangebote lehnten die Angesprochenen laut LKA ab und erstatteten Anzeige. Im Rhein-Sieg-Kreis bot eine Autofahrerin nach einem Unfall unter Alkohol einem Polizeihauptkommissar erfolglos 300 Euro an, damit der den „Schein“ nicht kassierte. Die Folge: Anzeige wegen Bestechung eines Amtsträgers.

Ein Autofahrer bot einem Polizisten in der Düsseldorfer City ein „Taschengeld“, um eine Ordnungswidrigkeit zu vertuschen. Die Folge: Strafanzeige wegen Bestechung.