Überhangmandate einfach erklärt – Bundestagswahl 2021

Martin Nefzger
Wegen Corona: Die teuerste Bundestagswahl überhaupt

Wegen Corona: Die teuerste Bundestagswahl überhaupt

Die Kosten für eine Bundestagswahl knacken erstmals die 100-Millionen-Euro-Marke. Ein Grund für die Kosten sei vor allem, die vielen Briefwähler die erwartet werden - besonders wegen der Pandemie.

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Im September wählt Deutschland einen Bundestag. Wie viele Abgeordnete in diesen einziehen, hängt auch von den Überhangmandaten ab.
Berlin. 
  • Im September entscheiden die Wählerinnen und Wähler bei der Bundestagswahl über die Zusammensetzung des Parlaments
  • Dabei ziehen mindestens 598 Abgeordnete in den Bundestags ein
  • Meist sind es aber mehr – durch sogenannte Überhangmandate

Rund um die Bundestagswahl ist alle vier Jahre aufs Neue die Rede von Überhangmandaten. Auch 2021 werden sie Einfluss auf die Sitzverteilung im Parlament haben – und so letzten Endes vielleicht Mehrheiten ermöglichen oder verhindern. Doch was genau sind Überhangmandate eigentlich?

Bundestagswahl 2021: Zwei Stimmen pro Wähler

Um das zu verstehen, ist zunächst ein Blick auf das deutsche Wahlsystem nötig. In dem hat jede Wählerin und jeder Wähler zwei Stimmen. wählt er oder sie einen Kandidaten oder eine Kandidatin, der oder die sich um ein Direktmandat für den Bundestag bewirbt. Wer innerhalb die meisten Stimmen erzielt, zieht für diesen Wahlkreis in das Parlament ein.

Die Zweitstimme wird dagegen an eine Partei vergeben. Je nach bundesweiter Verteilung der Zweitstimmen auf die Parteien erhalten diese Sitze im Parlament. Diese Sitze werden zunächst an die direkt gewählten Wahlkreiskandidaten vergeben und danach gegebenenfalls mit Listenkandidaten aufgefüllt.

Bundestagswahl 2021: Diese drei wollen ins Kanzleramt

  • Ministerpräsident aus NRW:
  • Aus der Opposition:
  • Finanzminister im Bund:

Überhangmandate für direkt gewählte Abgeordnete

Sollte eine Partei bei der allerdings mehr Direktmandate erhalten, als ihr gemäß dem Verhältnis der Zweitstimmen Sitze im Bundestag zustehen würden, kommen die Überhangmandate ins Spiel. Denn jeder direkt gewählte Kandidat darf ins Parlament einziehen – falls nötig auch mehr als der Partei laut Zweitstimmen zustehen würden. Diese zusätzlichen Plätze im Bundestag bezeichnet man als Überhangmandate.

Damit die anderen Parteien durch diese nicht benachteiligt werden, erhalten sie ebenfalls mehr Plätze im Parlament, bis die Sitzverteilung dem Verhältnis der Zweitstimmen entspricht. Diese weiteren Plätze werden Ausgleichsmandate genannt.

Überhangmandate vergrößern den Bundestag

Die zusätzlichen Sitze im Parlament führen dazu, dass der Bundestag immer weiter anwächst. Eigentlich besteht er aus 598 Abgeordneten. Doch durch die Ausgleichs- und Überhangmandate ist er in der aktuellen Wahlperiode auf 709 Sitze angewachsen. Um dem entgegenzuwirken, plant die Bundesregierung .