Tunesien steht unter Schock

Tunis.  Tunesien steht unter Schock. Einen Tag nach dem Massaker im Bardo-Museum versammelten sich Zehntausende Menschen, um im Parlamentsviertel schweigend der Opfer zu gedenken. Der Attentatsort selbst war wie die benachbarte Nationalversammlung mit Stacheldraht abgesperrt.

Zur gleichen Zeit bekannte sich der „Islamische Staat“ (IS) in einer Audiobotschaft zu der Bluttat, pries die „gesegnete Invasion in die Höhlen von Unglaube und Laster im muslimischen Tunesien“ und kündigte weitere Terrortaten an. 3000 junge Tunesier kämpfen für den IS in Syrien und Irak, Hunderte auch im benachbarten Libyen.

Die Zahl der Getöteten und Verletzten war gestern immer noch nicht klar. Letztlich mit dem Schrecken davon kam ein spanisches Ehepaar, das sich die ganze Nacht mit einem Museumsangestellten in dessen Büro versteckt hatte. Die beiden wurden erst am Morgen von Polizisten unverletzt entdeckt und in ein Krankenhaus gebracht.

Tunesiens Präsident Beij Caid Essebsi erklärte, Tunesien werde gegen die Terroristen „einen erbarmungslosen Kampf bis zum letzten Atemzug“ führen. Tunesien sei angegriffen worden, aber nicht besiegt. „Ich möchte, dass das tunesische Volk versteht, dass wir uns im Krieg gegen den Terror befinden, und dass uns diese grausamen Minderheiten keine Angst einjagen.“

Der Chef der islamistischen Partei Ennahda, Rached Ghannouchi, versicherte, er sei überzeugt, das Volk werde vereint gegen die Barbarei stehen. Im Zentrum von Tunis hatten sich bereits kurz nach dem Blutbad Tausende empörte Bürger eingefunden, die „Tunesien ist frei“ und „Raus mit den Terroristen“ skandierten.