Thomas Oppermann verstorben: Trauriger Abschied im Bundestag – dann filmt die Kamera diese Szene

SPD-Politiker Thomas Oppermann ist verstorben: Bei der Trauerfeier im Bundestag sind Tränen geflossen.
SPD-Politiker Thomas Oppermann ist verstorben: Bei der Trauerfeier im Bundestag sind Tränen geflossen.
Foto: Fotomontage DER WESTEN

Thomas Oppermann ist am 25. Oktober 2020 verstorben. In der vergangenen Woche fand ein emotionaler Abschied von dem SPD-Politiker im Bundestag statt.

Der 66-jährige Bundestagsvizepräsident ist am Sonntag (25. Oktober) plötzlich verstorben. Nun gedachten die Kollegen im Bundestag Thomas Oppermann.

Thomas Oppermann gestorben: Im Bundestag fließen bei Trauerfeier die Tränen

Bei einer Trauerfeier zum Gedenken an Thomas Oppermann wird es sehr berührend im Bundestag. Dann filmt die Kamera eine Szene, die sinnbildlich für den hektischen Politikbetrieb in Berlin ist..

Mit einer bewegenden Trauerfeier hat der Bundestag Abschied von Thomas Oppermann genommen. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) sagt, der SPD-Politiker habe sich um den Parlamentarismus und die Demokratie in Deutschland große Verdienste erworben. „Seine besonnene Art, sein Sachverstand, seine Kollegialität werden uns schmerzlich fehlen.“

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An der Trauerfeier im Plenarsaal nehmen Oppermanns Lebensgefährtin Petra Kirchhoff und drei seiner Kinder teil. Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau sitzen ebenso auf einer Gästetribüne, wie der frühere Bundespräsident Joachim Gauck und dessen Frau und die ehemaligen SPD-Vorsitzenden Andrea Nahles und Sigmar Gabriel.

Bundestag: Kamera filmt diese Szene bei Trauerfeier für Thomas Oppermann

Der TV-Sender Phoenix zeigt die Trauerfeier live. Dabei fängt die Kamera eine besondere Szene ein, die offenbart, wie schwer es dem politischen Betrieb in der Hauptstadt fällt, innezuhalten. Streicher spielen den Beatles-Song „Let it be“. Viele Abgeordnete wirken betroffen, besonders nahe geht der Moment Carsten Schneider, Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion. Er wischt sich Tränen weg. Genau in diesen Sekunden, wenige Sitzreihen weiter, starrt ein Abgeordneter der CDU/CSU-Fraktion derweil auf sein Handy. Möglicherweise filmte er im Plenarsaal die Musiker, doch viele halten sein Verhalten trotzdem für pietätlos. Zu sehen ist die Szene hier etwa bei 2:40 Minute.

Kritik gibt im Netz auch an der Kameraführung, weil der junge Sohn von Thomas Oppermann mehrmals eingefangen wird. Er sitzt neben seiner Mutter auf der Besuchertribüne. Er ist sichtbar mitgenommen. „Hallo Phoenix, bitte zeigt nicht ständig den weinenden Sohn von Thomas Oppermann“; beschwert sich eine Zuschauerin über Twitter. Ein anderer schreibt: „Genügt es nicht, den trauernden jungen Sohn von Thomas Oppermann einmal zu zeigen?“

Trauer um Thomas Oppermann: „Heute Show“-Star erinnert an ihn

Darunter auch ein Star der Heute Show (ZDF). Außenreporter Fabian Köster erinnerte an einen Beitrag, den er mit Thomas Oppermann gedreht hatte. Zur WM 2018 hatte Köster Oppermann in sein WM-Studio eingeladen.

Damals sprach Opperman darüber, dass er am liebsten mit seinem zehnjährigen Sohn und beim FC Bundestag, einem Team aus allen Fraktionen, Fußball spiele und er Fan von Borussia Dortmund sei.

Dann fiel ein Satz, der nun nach dem plötzlichen Tode Oppermanns besonders traurig stimmt. In seiner frechen Art vergleicht Köster den Zustand der SPD mit dem in der Kritik stehenden Fußball-Weltverband FIFA. Oppermann hält dagegen: „Wir haben eine stolze Geschichte - und gehen sie mal davon aus: wir kommen wieder!“ Köster darauf: „Werd' ich das noch erleben?“ Oppermann: „Sie werden das als junger Mann noch erleben...“, woraufhin Köster fragt: „Werden Sie das noch erleben?“ Oppermann grinst: „Ich werde das auch noch erleben, ganz sicher. Ich bin ja nicht viel älter als sie.“ Das ist dem Sozialdemokraten nicht mehr vergönnt gewesen.

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Köster postete auf Twitter seine Anteilnahme: „Der Tod von Thomas Oppermann macht mich traurig. Ich habe ihn als sympathischen und humorvollen Menschen und Politiker kennengelernt. Wünsche der Familie alles Gute und viel Kraft.“

Hier kannst du den Beitrag mit Köster und Oppermann sehen:

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Oppermann bekleidete seit 2017 das Amt des Bundestags-Vizepräsidenten, war seit 1980 Mitglied in der SPD. Erst Ende August verkündete Thomas Oppermann, dass er nicht mehr für die Bundestagswahl 2021 kandidieren wolle.

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„Nach 30 Jahren als Abgeordneter im Niedersächsischen Landtag und im Deutschen Bundestag ist für mich jetzt der richtige Zeitpunkt, noch einmal etwas anderes zu machen und mir neue Projekte vorzunehmen“, hatte er erklärt.

Zuletzt setzte sich der 66-Jährige besonders für eine Verkleinerung des Bundestags und eine Reform des Wahlrechts ein.

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Das war Thomas Oppermann (SPD):

  • Vollständiger Name: Thomas Ludwig Albert Oppermann
  • Er wurde 1954 in Freckenhorst in NRW geboren
  • Thomas Oppermann war seit 2017 Vizepräsident des Deutschen Bundestages
  • Von 2007 bis 2013 war er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion
  • Ende August verkündete er, dass er nicht mehr für die Bundestagswahl 2021 kandidieren wolle
  • Er hatte drei Töchter und einen Sohn
  • Am Sonntag, 25. Oktober, verstarb er im Alter von 66 Jahren

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SPD: Kollegen trauern öffentlich

Auf Twitter bekunden viele Politiker ihr Beileid. Unter anderem Minister Hubertus Heil: „Die Nachricht vom plötzlichen Tode meines Kollegen und Genossen Thomas Oppermann erfüllt mich mit tiefer Trauer. Thomas hat sich mit Leidenschaft und Verstand um unser Land und die Sozialdemokratie verdient gemacht. Meine Gedanken sind bei seiner Familie.“

SPD-Bundesvorsitzender Norbert Walter-Borjans schreibt: „Ein schwerer Schock für uns alle. Thomas Oppermann ist gestern plötzlich und unerwartet gestorben. Wir sind tief erschüttert und trauern mit seinen Angehörigen.“

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil trauert in einem längerem Statement um seinen ehemaligen Kollegen.

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Der SPD-Politiker hinterlässt drei Töchter und einen Sohn. (bs/ldi mit dpa)

 
 

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