Tebartz-van Elst kehrt nicht als Bischof nach Limburg zurück

Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nach einem Medienbericht nicht als Bischof nach Limburg zurückkehren.
Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nach einem Medienbericht nicht als Bischof nach Limburg zurückkehren.
Foto: Getty
Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht mehr nach Limburg zurückkehren. Das teilte der Vatikan am Mittwoch in Rom mit. Tebartz-van Elst war wegen der explodierten Kosten für den Bischofssitz in die Kritik geraten.

Limburg/Rom/Mainz/Berlin. Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst kehrt nicht in sein Amt in Limburg zurück. Das teilte der Vatikan am Mittwoch mit. In der Diözese Limburg sei es zu einer Situation gekommen, "die eine fruchtbare Ausübung des bischöflichen Amtes" durch Tebartz-van Elst verhindere, heißt es in der Mitteilung. Der Heilige Stuhl habe deshalb den von dem Bischof angebotenen Amtsverzicht angenommen.

Der scheidende Tebartz-van Elst werde zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut. Der Vatikan setzte Manfred Grothe als Apostolischen Administrator in Limburg ein. Der Papst bat die Gläubigen und den Klerus des Bistums, "die Entscheidung des Heiligen Stuhls bereitwillig anzunehmen und sich darum zu mühen, in ein Klima der Barmherzigkeit und Versöhnung zurückzufinden." Dem Bischof wurde Verschwendung und autoritäre Amtsführung vorgeworfen.

Prüfbericht: Tebartz-van Elst kannte die ausufernden Baukosten

Tebartz van Elst war stets über die ausufernden Kosten für den Bau des Limburger Bischofssitzes informiert. Außerdem ist der umstrittene Kirchenmann in erster Linie verantwortlich für die deutliche Kostenexplosion auf dem Domberg. Das stellt die Bischofskonferenz in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht fest. Bischof und Domkapitel hätten geltendem Recht "in zahlreichen Fällen nicht Rechnung getragen".

Der 54-jährige Bischof war bereits seit Monaten für die immer höheren Kosten beim Bau des Bischofssitzes verantwortlich gemacht worden, die zuletzt auf mindestens 31 Millionen Euro veranschlagt wurden. Zudem stand er wegen seiner Amtsführung in der Kritik.

"Die Ausgestaltung des Bauprojekts in der ihm eigenen Wertigkeit geht vorwiegend auf Wünsche und Aufträge des Bischofs zurück", heißt es im Bericht, der dem Papst vorgelegt wurde und auf dem die Entscheidung von Franziskus basiert. Nach Überzeugung der Prüfungskommission habe sich der Bischof zudem nicht um Einzelheiten der Finanzierung gekümmert. Er "wich Kostenfragen auch bewusst aus", heißt es im Bericht weiter.

Marx: Entscheidung ist Chance für Neuanfang

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die Entscheidung des Vatikans zu Tebartz-van Elst begrüßt. Sie beende eine Zeit der Unsicherheit in Limburg und ermögliche einen Neuanfang, sagte Marx am Mittwoch in Berlin.

Der Vatikan-Bericht sei Folge eines fairen, transparenten Verfahrens. In den vergangenen Monaten sei deutlich geworden, dass es in der Kirche ein großes Bedürfnis nach Offenheit auch in finanziellen Fragen gebe. Die Bischofskonferenz wolle diesem Wunsch stärker entsprechen.

Dreyer: Limburg muss jetzt Blick in Zukunft richten

Nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sollte jetzt der Blick in die Zukunft gerichtet werden. Papst Franziskus habe eine "gute Entscheidung" getroffen, als er das Rücktrittsgesuch von Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst angenommen und den Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischen Administrator eingesetzt habe.

Sie wünsche Grothe "eine glückliche Hand und das nötige Einfühlungsvermögen", um die "verschiedenen Strömungen im Bistum Limburg wieder in eine Richtung zu lenken", teilte Dreyer in Mainz mit. Die Katholiken sollten Grothe beim Neustart unterstützen.

Tebartz-van Elst hält sich nicht mehr in der Benediktinerabtei im niederbayerischen Metten auf. Das teilte der dortige Abt Wolfgang M. Hagl auf dpa-Anfrage am Mittwoch mit. Ende Oktober vergangenen Jahres hatte Tebartz-van Elst Zuflucht in dem Kloster gefunden. Zuvor hatte Papst Franziskus den Bischof beurlaubt. Wann und mit welchem Ziel Tebartz-van Elst abgereist ist, sagte der Abt nicht.

Grothe will Geschehnisse in Limburg aufarbeiten - Bericht geht online

Der neue Leiter des Limburger Bistums, der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe, will mit Offenheit seine Aufgabe angehen. "Jetzt gilt es im Geist der Offenheit, in Aufrichtigkeit und Barmherzigkeit einen gemeinsamen Weg für einen Neubeginn zu gehen", erklärte der 74-Jährige am Mittwoch. Der Papst hatte ihn nach dem Amtsverzicht des umstrittenen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst als Apostolischen Administrator in Limburg ernannt.

"Wir werden das Geschehene sorgfältig und umsichtig aufarbeiten", sagte Grothe. Dafür wolle sich das Bistum auch auf den Bericht zur Kostenexplosion am neuen Bischofssitz stützen. Grothe war der Vorsitzende der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzten Prüfkommission, die das Papier erarbeitet hatte. Es sollte nach Angaben des Bistums am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht werden.(dpa)

 
 

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