Tausende protestieren gegen einen Präsidenten Donald Trump

„Nicht mein Präsident“: Tausende Menschen zeigten am Mittwoch auf den Straßen zahlreicher US-Städte ihre Enttäuschung über den Ausgang der Präsidentschaftswahl.
„Nicht mein Präsident“: Tausende Menschen zeigten am Mittwoch auf den Straßen zahlreicher US-Städte ihre Enttäuschung über den Ausgang der Präsidentschaftswahl.
Foto: REUTERS
  • Protestversammlungen gegen neuen US-Präsidenten Donald Trump
  • Wahlkampfäußerungen gegen Einwanderer und Muslime machen sie wütend
  • In einigen Städten kam es zu Ausschreitungen

Chicago.. Nach dem überraschenden Sieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl ist es zu Protestversammlungen in zahlreichen US-Städten gekommen. Tausende gingen auf die Straße, um vor allem gegen Trumps Wahlkampfäußerungen gegen Einwanderer und Muslime Front zu machen. Sie skandierten häufig „Not my President“ (“Nicht mein Präsident“).

In Manhattan mischte sich der Dokumentarfilmer Michael Moore („Trumpland“) unter die Demonstranten. Am Mittwochabend postete er auf Facebook ein Video von der aufgebrachten Menschenmenge. Viele Demonstranten hatten sich auch vor dem Trump-Tower in New York versammelt. Vor dem Gebäude standen sandgefüllte Sattelschlepper zum Schutz.

Trump-Befürworter unter den Gegnern

„New York hasst dich“, riefen die Demonstranten vor dem Hochhaus des nächsten US-Präsidenten und: „Wir lehnen den ausgesuchten Präsidenten ab.“ Auf Plakaten waren Sprüche wie „Ein Schritt nach vorne, 50 Jahre zurück“ oder „Finger weg von meiner Pussy“ zu lesen.

Eine verschleierte Frau hielt ein Schild in die Höhe, auf dem stand: „Ich bin Muslima. Ich habe Angst.“ Die Proteste verliefen weitgehend friedlich, allerdings tauchten immer wieder Trump-Befürworter in der Menge auf und lieferten sich Schrei-Duelle mit Trump-Gegnern.

Schüler und Studenten auf den Straßen

Demonstrationen gab es unter anderem auch in Chicago und Austin. In Berkeley, Seattle, Phoenix, Los Angeles, Richmond, El Cerrito und Oakland kamen vor allem Hunderte von Schülern und Studenten zusammen. Sie hielten Schilder hoch mit Aufschriften wie „Keine Unterstützung für Rassismus“ oder „Einwanderer machen Amerika stark“.

Schulvertretern zufolge haben manche der Studenten Eltern, die illegal in die USA eingewandert sind. Sie fürchten daher nun eine Ausweisung unter dem designierten Präsidenten Trump. Weitere Protestaktionen waren in Boston, Detroit und Philadelphia geplant.

Fünf Menschen angeschossen

Am Rande der Proteste in Seattle sind Medienberichten zufolge fünf Menschen angeschossen worden. Zwei der Opfer hätten lebensgefährliche Verletztungen erlitten, berichtete die Feuerwehr von Seattle auf Twitter.

Allerdings teilte die Polizei der Stadt auf Twitter mit, man gehe davon aus, dass die Schüsse nicht mit der Kundgebung zusammenhingen. Die Zeugen berichteten, sie hätten einige Schüsse gehört, bevor die Polizei eingegriffen habe.

Ausschreitungen in der Wahlnacht

Bereits in der Wahlnacht war es im kalifornischen Oakland zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten setzten ein Porträt von Trump in Brand, schlugen die Scheiben von Geschäften ein und zündeten Autoreifen sowie Müll an. Auch in Portland in Oregon blockierten Demonstranten Straßen.

Trump hatte im Wahlkampf für Empörung gesorgt mit der Ankündigung, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen, um die illegale Einwanderung einzudämmen. Nach seinem Wahlsieg schlug er dagegen versöhnliche Töne an und betonte, er wolle Präsident aller Amerikaner sein.

(rtr/dpa)

 
 

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