Tagesthemen in der ARD: Zuschauer kritisiert Sendung und tritt Debatte los - hat er recht?

Die Tagesthemen in der ARD stehen bei einigen Zuschauern in der Kritik.
Die Tagesthemen in der ARD stehen bei einigen Zuschauern in der Kritik.
Foto: Imago

Mainz. Auch in den deutschen Nachrichtensendungen waren die Midterm-Wahlen in den USA am Dienstagabend das tonangebende Thema - so auch bei den Tagesthemen in der ARD.

Dabei erklärte Tagesthemen-Mitarbeiterin Juliane Fliegenschmidt das komplizierte US-Wahlsystem. Doch die Erklärung rief bei Twitter Kritik hervor.

Tagesthemen im ZDF: Zuschauer kritisiert Berichterstattung

Ein User kommentierte: „Bei den Tagesthemen ist man unfähig, selbst einfachste Sachverhalte richtig darzustellen. Die Sitze im Senat werden nicht alle 2 Jahre neu besetzt. Alle 6 Jahre kann sich ein Senator einer Wiederwahl stellen. John McCain zB. war über 30 Jahre im Senat.“

Der Post wurde über 200 mal geteilt und bekam über 600 Likes. Allerdings stimmten nicht alle User der Kritik zu. So hieß es etwa: „ Das ist doch alles richtig? Alle 2 Jahre wird ⅓ (33/33/34) des US-Senats gewählt. Die Amtszeit beträgt somit 6 Jahre und alle 2 Jahre werden ⅓ der Sitze neu besetzt – wenn auch, im Falle der Wiederwahl, durch teilweise dieselben Senatoren.“ Und auch ein weiterer Twitterer meint: „Alle 2 Jahre ein Drittel ersetzt. Was ist daran falsch?“

Ist die Kritik an den Tagesthemen gerechtfertigt?

Andere wiederum stimmen der Kritik zu und ergänzen: „Peter Hahne hat erst kürzlich bemängelt, dass in den Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sogar einfachste Begriffe verwechselt werden. Ökonomie und Ökologie z.b. etc.“

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Doch was stimmt denn nun? Tatsächlich werden die Senatorensitze rund alle zwei Jahre zu etwa einem Drittel neu besetzt. Diese Aussage der Tagesthemen ist korrekt - obwohl die Amtszeit der Senatoren sechs Jahre dauert.

Senatorenämter werden nicht zwangsläufig neu besetzt

Die Aussage, sie würden „neu besetzt“ ist streng genommen natürlich falsch. Denn natürlich können Senatoren beliebig lange im Amt bleiben. So hielt der demokratische Senator Robert Byrd seinen Sitz sogar über 40 Jahre. Von 1959 bis zu seinem Tod im Jahr 2010 amtierte er als Senator für den Bundesstaat West Virginia.

Allerdings kann man den Tagsthemen hier keinen groben Schnitzer vorwerfen - sondern allenfalls eine sprachliche Ungenauigkeit.

 
 

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