„Tagesthemen“ (ARD): Zuschauer sind wütend über DIESES Interview – „Unerträglich“

Olaf Scholz: Die Karriere des neuen Bundeskanzlers

Olaf Scholz: Die Karriere des neuen Bundeskanzlers

Mit Olaf Scholz als Spitzenkandidaten ist die SPD bei der Bundestagswahl stärkste Kraft geworden. Wir zeigen die bisherige Karriere des neunten Kanzlers.

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Ein Interview in den „Tagesthemen“ am Montagabend war für manche ARD-Zuschauer nur schwer zu ertragen.

ARD-Moderator Ingo Zamperoni führte ein Gespräch mit dem SPD-Politiker Matthias Platzeck.

„Tagesthemen“ (ARD): Zuschauer empört über DIESES Interview – „Unerträglich“

Matthias Platzeck, ehemaliger SPD-Chef und früherer Ministerpräsident von Brandenburg, gilt als einer der „Putin-Versteher“ in der deutschen Politik. Er ist Vorsitzender des Deutsch-Russisches Forum und bemüht sich besonders nun um Ausgleich und Annäherung zwischen dem Westen und Moskau.

Doch zeigt Platzeck zu viel Verständnis für Wladimir Putin angesichts der militärischen Bedrohung aus Russland?

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Mehr über die ARD-„Tagesthemen“:

  • Die Nachrichtensendung im Ersten gibt es seit 1978
  • Die Sendung läuft in der Regel von Montag bis Donnerstag um 22.15 Uhr und am Freitag um 21.45 Uhr.
  • Am Wochenende ist die Sendung mit 20 Minuten kürzer.
  • Moderatoren sind Caren Miosga, Ingo Zamperoni und Aline Abboud.

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„Die Gefahr ist real“, so Platzeck zur Frage, ob es zu einem offenen Krieg zwischen der Ukraine und Russland kommen könnte. Er sei sich aber sicher, dass der Krieg noch vermeidbar ist.

Langfristig, so seine Überzeugung, müsse es darum gehen, „Russland Stück für Stück wieder als Partner zu gewinnen". Ohne oder gegen Russland werde es in Europa keinen Frieden geben. Deswegen müsse man verhindern, dass Russland, "immer mehr in die Arme Chinas getrieben wird“.

Interview in den „Tagesthemen“ (ARD): Politik des Westens gegenüber Russland „arrogant“?

Daher gelte es die Sicherheitsbedürfnisse und -bedenken Moskaus anzuerkennen. Das habe man „30 Jahre lang nicht gemacht“, obwohl Russland schon lange darüber spreche, kritisierte Platzeck die Politik des Westens seit Ende des Kalten Krieges.

Um neues Vertrauen aufzubauen, solle man die Frage um die Annexion der Krim aus den Verhandlungen herausnehmen. Die sei derzeit sowieso nicht lösbar. Stattdessen brauche es engere Bindungen und mehr ökonomische Verflechtungen. Wenn man mehr voneinander abhängig sei, schaffe das Sicherheit.

In diesem Kontext sieht Platzeck auch Nord Stream 2 als Projekt zum gegenseitigen Vorteil: „Die Russen brauchen es, weil sie die Einnahmen brauchen. Wir brauchen es, weil wir die nächsten Jahrzehnte noch eine stabile und gute Gasversorgung brauchen."

+++ „Tagesthemen“: Schlappe für die ARD – ausgerechnet Jan Hofer ist schuld +++

„Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni zeigte sich verwundert über die Forderungen des Politikers: „Wir reden von einem Land, das laut einem deutschen Gericht Staatsterrorismus betreibt, sich die Krim einverleibt - und da wollen Sie jetzt noch mehr Zugeständnisse machen, wenn ich das richtig verstehe? Ist das die Strategie?“

Es klinge „fast paradox“, gab Platzeck zu. Aber es gehe um Friedenssicherung in Europa. „Wir haben Versäumnisse zugelassen, wir waren nachlässig, wir waren in Teilen in den vergangenen drei Jahrzehnten auch arrogant“, bedauerte der Ex-SPD-Vorsitzende. Daraus müsse man Schlussfolgerungen ziehen und Zugeständnisse machen

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„Tagesthemen“ (ARD): Zuschauer reagieren empört – „Es ist nicht zu glauben!“

Die pro-russische Haltung von Matthias Platzeck sorgt bei manchen ARD-Zuschauern für Empörung.

Ökonomie-Professor Jan Schnellenbach twitterte: „Platzeck argumentiert in den 'Tagesthemen' letztendlich, dass der Westen russische Aggressionen provoziert hat. Es ist nicht zu glauben.“

Der konservative Politikwissenschaftler Andreas Püttmann kritisierte den TV-Auftritt ebenfalls: „Platzeck schafft sich in den 'Tagesthemen' wieder seine eigene Welt, in der Russland Opfer der westlichen Politik ist. Unerträglich.“

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke ärgerte sich ebenfalls vor dem Fernseher: „Matthias Platzeck gibt wieder den tiefen Putinversteher. Kein Wort zu den berechtigten Interessen der Ukraine. Nur der Westen ist schuld.“

Journalist Jan-Henrik Wiebe zeigte ebenso sein Unverständnis: „Das Interview mit Platzeck in den 'Tagesthemen' zeigt sehr deutlich, wie Putin-Lobbyisten den Konflikt sehen. Die Sicherheitsinteressen der Ukraine und der russische Überfall 2014 werden komplett ausgeblendet. Stattdessen geht es um wirtschaftliche Interessen.“

Selbst im Kreml glaube keiner so sehr an die eigene Propaganda wie Platzeck, machte sich ein weiterer ARD-Zuschauer über den Sozialdemokraten lustig, der „komplett lost“ sei. Ein anderer bezeichnete ihn im Netz als „Träumer“.