Tag der Deutschen Einheit: Schriftstellerin will den Feiertag abschaffen – weil sie etwas gehörig nervt

Schriftstellerin Jana Hensel fordert die Abschaffung der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit.
Schriftstellerin Jana Hensel fordert die Abschaffung der Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit.
Foto: imago images & dpa

Deutschland feiert am 3. Oktober den Tag der Deutschen Einheit und in diesem Jahr sogar ein rundes Jubiläum: 30 Jahre sind vergangen seit dem Fall der Mauer, die Ost und West voneinander getrennt hatte.

Doch wenn es nach Jana Hensel (43) geht, dürfte es den Tag der Deutschen Einheit nicht mehr geben. „Schafft diesen Feiertag ab“, forderte die Schriftstellerin bereits im vergangenen Jahr. Zum Jubiläum der deutschen Einheit konkretisiert die gebürtige Sächsin die Hintergründe im „Deutschlandfunk“.

Schriftstellerin zum Tag der deutschen Einheit: „Ich war schockiert“

Vor einem Jahr habe sie sich das Programm zu den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit in Berlin angeschaut und sei „schockiert über die Inszenierung von guter Laune“ gewesen.

Das sei für sie nicht hinnehmbar gewesen vor dem Hintergrund eines „sichtbar gewordenen Rechtsrucks in Teilen der ostdeutschen Gesellschaft“, so Hensel im Interview mit dem Radiosender. Außerdem nervt 43-Jährige ein ganz grundsätzliches Problem.

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„Wir müssen ganz anders über Ost und West sprechen“

Hensel klagt, dass das Klischee des „Jammerossis“ noch immer in den Köpfen der Menschen fest verankert sei. Man habe versäumt, differenziert über die Lage der Ostdeutschen zu berichten.

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Diese dürften nicht ausschließlich daran gemessen werden, wie gut sie sich ins westdeutsche System integriert haben. „Wir müssen im Prinzip beginnen, ganz anders über Ost und West zu sprechen“, fordert die Schriftstellerin im „Deutschlandfunk“, „damit die Ostdeutschen nicht immer das Gefühl haben, sie haben es immer noch nicht geschafft, sie sind immer noch nicht ganz wie der Westen geworden.“

Tag der deutschen Einheit ist kein Geburtstag

Es mache aus ostdeutscher Perspektive keinen Sinn, den 3. Oktober wie einen Geburtstag zu feiern. Stattdessen müsse die komplexe Realität in Ostdeutschland (kaum Industrie, Abwanderung der Jugend, massiv überalterte Gesellschaft im ländlichen Raum, westdeutsche Elite in Entscheidungspositionen) ganzjährig anerkannt werden.

Erst wenn diese Probleme ernst genommen und dafür Lösungsansätze geschaffen werden, könne man von Ostdeutschen erwarten, den Tag der Deutschen Einheit positiv zu besetzen.

 
 

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