Sylvia Löhrmann führt Grüne in NRW-Wahlkampf

Sylvia Löhrmann (Grüne) spricht am Freitag in Essen bei der Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen.  Foto: Jens Schlueter/dapd
Sylvia Löhrmann (Grüne) spricht am Freitag in Essen bei der Landesdelegiertenkonferenz der NRW-Grünen. Foto: Jens Schlueter/dapd
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Die Grünen haben sich bei der Delegiertenkonferenz in Essen festgelegt: Sylvia Löhrmann soll sie als Spitzenkandidatin in den Wahlkampf führen. Mit einer überzeugenden Mehrheit von 98,4 Prozent wurde sie auf Platz 1 der grünen Landesliste gewählt.

Düsseldorf.. „Grün macht den Unterschied“ – zigmal rufen sie sich diesen Satz zu. Sylvia Löhrmann, ihre alte und neue Spitzenkandidatin, sagt es so beschwörend wie Parteichef Sven Lehmann oder Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Immer wieder. Die NRW-Grünen wollen sich unterscheiden, aber sie merken, dass Sachthemen im Landtagswahlkampf bisher kaum vorkommen. „Diese Wahl ist kein Zweikampf Kraft-Röttgen“, ruft Lehmann dem Parteitag zu, „uns geht es um die Inhalte in einer nächsten Regierung.“

Priggen auf Platz zwei

Den Unterschied beansprucht Löhrmann, die mit 98,4 Prozent gewählt wird, gleich mehrfach. Stadtwerke-Rettung, Ausbau der Windkraft und die Abschaffung der Studiengebühren – all das sei mit den Grünen durchgesetzt worden. „Wo Grün regiert, geht es um Inhalte, um die Sache“, sagt auch sie. Wie fast alle Redner grenzt sie sich vor allem von CDU-Spitzenmann Norbert Röttgen und dessen „Wankelmut“ ab.

„Wer in Berlin vor dem niedlichen Herrn Rösler in die Knie geht, kann den Kampf um die Energiewende in NRW nicht bestehen“, ruft Umweltminister Johannes Remmel an Röttgens Adresse. Echter Klimaschutz, das soll die Botschaft sein, bleibe Markenzeichen der Grünen und nicht des Bundesumweltministers, der die Solarförderung soeben „mit Karacho“ vor die Wand gefahren habe. Von Schwarz-Grün, bei der Wahl vor zwei Jahren noch grüner Geheimplan, redet auch auf den Gängen keiner. „Wenn Rot-Grün geht, machen wir Rot-Grün“, kündigt Löhrmann an.

Den Lieblingsgegner FDP handelt sie am Rande ab. Zwar rede deren Spitzenkandidat Christian Lindner von „mitfühlendem Liberalismus“, aber das Schicksal von 11 000 Schlecker-Frauen zeige doch, dass die FDP in Wahrheit „eiskalt und gnadenlos“ sei. Auch deshalb sei es Ziel der Grünen, mit einem Wahlsieg am 13. Mai in NRW das Ende von Schwarz-Gelb in Berlin einzuläuten – „der schlechtesten Bundesregierung aller Zeiten“.

Auf Platz 2 der Landesliste kandidiert Landtagsfraktionschef Reiner Priggen, gefolgt von Steffens und Remmel. Am Sonntag beschließen die Grünen ihr kurzes Wahlprogramm. Die soeben öffentlich erhobene Forderung nach einem generellen Tempolimit auf den Autobahnen in NRW findet sich im Entwurf übrigens nicht.

 
 

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