Strompreis und Gaspreis: Faire Tarife sollen kommen – DAS will Regierung für Kunden ändern

Das ist Hartz IV

Das ist Hartz IV

Seit das Arbeitslosengeld II 2005 eingeführt wurde, wird es im Volksmund Hartz IV genannt. Doch woher kommt der Name?

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Wer in den vergangenen Tagen Post von seinem Stromanbieter bekam, der dürfte geschluckt haben. So ist der Strompreis und der Gaspreis gestiegen?

Wegen kurzfristiger Kündigung von Strom- und Gasverträgen durch Billiganbieter rutschten viele Kunden in die sogenannte Grundversorgung – der Strompreis und der Gaspreis stiegen dadurch drastisch an. Die Bundesregierung möchte diesem Verhalten nun einen Riegel vorschieben.

Strompreis und Gaspreis: Politik will Verbraucher nicht im Regen stehen lassen

„Wir dürfen die Verbraucher nicht noch einmal im Regen stehen lassen“, sagte Oliver Kriescher (Grüne), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Denn für viele Menschen war es ein „großer Schock, auf einmal eine Kündigung des Gas- oder Stromanbieters im Briefkasten vorzufinden.“ Zunächst: Bei einer solchen Kündigung droht nicht die Einstellung der Strom- und Gaslieferung. Stattdessen versorgen dann die sogenannten Grundversorger, oft die Stadtwerke, die Menschen mit Gas und Strom.

Doch deren Tarife sind für Neukunden gesalzen. Daher kündigte Krischer an, dass es künftig einheitliche Tarife in der Grundversorgung geben solle. Neukunden sollen nicht das Doppelte oder gar Dreifache gegenüber Bestandskunden zahlen. Außerdem sollen Kündigungen von Strom- und Gasverträgen künftig nicht mehr kurzfristig erfolgen können. Verbraucher sollen mehrere Monate im Voraus informiert werden müssen, damit sie in Ruhe einen neuen Versorger suchen können, erklärt Krischer.

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Über den Gaspreis

  • die höhere Nachfrage nach Gas hat den Preis in die Höhe steigen lassen
  • der Preis steigt zunächst an den Großhandelsbörsen
  • Gas wird eingelagert – Preissteigerungen kommen daher nicht sofort und nicht immer bei den Kunden an
  • die Weitergabe an den Kunden hängt vom Zeitpunkt des Einkaufs ab
  • die neue CO2-Abgabe lässt Gas ebenfalls teurer werden
  • fast die Hälfte des Gases stammt aus Russland

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Nachdem viele Billiganbieter in Turbulenzen wegen der Strompreise geraten waren, hatte sie zahlreiche Verträge gekündigt. Das soll nicht noch einmal passieren: „Dass rund einer Millionen Gas- und Stromkunden innerhalb kürzester Zeit gekündigt wird, darf sich so nicht wiederholen“, sagt der Grünen-Politiker.

Strompreis und Gaspreis: Heftiger Anstieg!

Wie heftig die Anstiege ausfallen konnten, macht sprachlos: Bis zu 1645 Euro mehr im Jahr als Bestandskunden zahlten die Neukunden oft für ihren Tarif. Der Grund für die unglaubliche Steigerung: Einige Grundversorger, die sich bisher längerfristig und angesichts der aktuellen Preissteigerungen dadurch kostengünstiger mit Strom oder Gas für ihre Kunden eingedeckt haben, sähen sich aufgrund einer gestiegenen Anzahl von Neukunden gezwungen, zusätzlich Energie früher als geplant am Spotmarkt zu deutlich höheren Preisen einzukaufen.

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Daher seien einige Grundversorger dazu übergegangen, zwischen Neu- und Bestandskunden zu unterscheiden und Neukunden zu teureren Tarifen zu versorgen. Dies aber ist aus Sicht der Verbraucherzentralen rechtlich unzulässig, gefährlich für einen fairen Wettbewerb und auch nicht nachvollziehbar.

Da damit zu rechnen ist, dass die Strom- und Gaspreise weiter steigen werden, sind das für viele Menschen in Deutschland wohl gute Nachrichten. (dpa/evo)