Strompreis: Energie-Chefin: Das ist keine „Abzocke“! Kunden blind vor Geiz?

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„Zu Hause warm und hell: Wer kann sich diese Energiepreise noch leisten?“, fragte Frank Plasberg bei „Hart aber fair“ am Montagabend. Thema der Sendung waren die explodierenden Preise für Strom und Gas.

Eine Energie-Lobbyistin jedoch verteidigte die Branche. Der Strompreis in der Grundversorgung sei aus guten Gründen angestiegen.

Strompreis: Frank Plaberg geht Energie-Chefin frontal an – „Abzocke“

Dafür nahm Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., „unseriöse Billiganbieter“ ins Visier. Und damit auch indirekt die Sparsamkeit und den Geiz der Kunden!

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Das ist die EEG-Umlage im Strompreis:

  • Die EEG-Umlage dient zur Finanzierung des Ausbaus Erneuerbarer Energien
  • Sie ist im Eneuerbare-Energien-Gesetz festgelegt
  • Jeder Stromverbraucher zahlt sie

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Strompreis: Energie-Chefvertreterin beklagt „unlauteres Geschäftsgebaren“ von Billiganbietern

Dass Kunden plötzlich in die Grundversorgung rutschen und dann mehr zahlen müssten als Stammkunden, sei die Schuld mancher Strombieter. Andreae beklagte „unlauteres Geschäftsgebaren“.

Ein Beispiel in einem Einspielfilm bei „Hart aber fair“ unterstrich ihre These. Eine Kundin flog von einem Tag auf den anderen beim Billiganbieter Stromio raus und fühlt sich nun betrogen. Kein Einzelfall, wie die Energie-Lobbyistin klar macht: „Da haben unseriöse Billiganbieter ein Geschäftsmodell ausgenutzt. Das geht zu Lasten dieser Menschen.“

Strompreis: Darauf sollten Kunden bei Vergleichen der Anbieter auch achten

Stromio biete über Vergleichsportale sehr günstige Stromtarife an. Das Problem: „Sie kaufen den Strom tagesaktuell ein und in dem Moment, wo im Dezember die Strompreise so durch die Decke gegangen sind, haben sie gesagt, jetzt ist es uns zu teuer.“ Hunderttausende Kunden schauten in die Röhre und die Grundversorger mussten einspringen.

Deswegen appelliert Andreae an die Kunden, nicht nur nach dem Preis die Anbieter zu vergleichen, sondern auch nach Seriösität und Bonität.

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Frank Plasberg über Strompreis: „Das nennen manche Abzocke“

Es sei jedoch ein „tolles System in Deutschland“, dass Kunden in einem solchen Fall immerhin aufgefangen werden von Grundversorgern, so Kerstin Andreae weiter.

„Aber zu welchem Preis?“, hakte Moderator Frank Plasberg nach. Sie würden einen speziellen Tarif bekommen, der doppelt so teuer sei, um die Altkunden zu schützen. „Das nennen manche Abzocke. Sie sagen, es ist okay!“

„Was sollen die denn machen?“, verteidigte Andreae die Anbieter. Der Grundversorger würde mit dem Bestand seiner Kunden planen. „Für die kauft er zwei Jahre im Voraus die Strommenge ein. Darauf wird der Tarif kalkuliert“, erläutert sie. Wenn auf einem Schlag Zehntausende neue Kunden dazukommen, die er auch versorgen muss, müsse er nach dem Tagespreis an den Börsen einkaufen.

Energie-Chefin über Strompreise für Bestandskunden: „Das ist für mich Verbraucherschutz“

„Welche Möglichkeiten hat er jetzt? Er kann selber sagen, ich stehe mit dem Rücken an der Wand und hat wirtschaftliche Turbulenzen. Oder er kann sagen: Ich mache jetzt einen Tarif, der gilt jetzt für alle. Damit trifft es aber die Bestandskunden. Oder er sagt: Ich mache für die Neukunden einen Sondertarif, im Rahmen der Ersatzversorgung“, so die Energieverband-Geschäftsführerin. Die Kunden könnten schließlich auch sofort raus aus der Grundversorgung und einen anderen Anbieter suchen.

„Das ist für mich Verbraucherschutz, dass wir auch die Bestandskunden im Blick haben. Dass die nicht auch in Mitleidenschaft gezogen werden“, verteidigte Andreae die Preisexplosion in der Grundversorgung.

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Strompreis-Explosion: „Übersteigt die Belastungsgrenze vieler Haushalte“

Strom für Privathaushalte hat sich nach Angaben des Vergleichsportals Verivox in den vergangenen zwölf Monaten so stark verteuert wie noch nie! Die Strompreise seien innerhalb eines Jahres um knapp 40 Prozent gestiegen.

Laut der Auswertung des Vergleichsportals zahlte eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) im Januar 2021 durchschnittlich 1171 Euro. Im Januar 2022 sind für die gleiche Menge demnach 1626 Euro fällig. Die Haushaltskasse werde somit im Schnitt jährlich mit 455 Euro zusätzlich belastet.

„Die Strompreise in Deutschland befinden sich auf einem historischen Allzeithoch“, erklärte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. „Noch nie mussten Verbraucher hierzulande so viel für Elektrizität ausgeben.“ Ein Plus von 40 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten übersteige „die Belastungsgrenze vieler Haushalte in Deutschland“.