Streit um „Veggie-Burger“: Warum dieser Name verboten werden soll – und was die Alternative ist

Dieser Burger besteht aus Insekten. Wäre er aus Soja, dürfte er nicht Burger heißen, finden einige EU-Parlamentarier.
Dieser Burger besteht aus Insekten. Wäre er aus Soja, dürfte er nicht Burger heißen, finden einige EU-Parlamentarier.
Foto: dpa

Vielleicht sollte Herbert Grönemeyer mal einen Song dazu machen: „Wann ist ein Burger ein Burger?“

Das ist nämlich offenbar nicht ganz klar, wann so eine fleischhaltige oder aber fleischartige oder aber völlig fleischfremde Scheibe zwischen zwei Bötchen, Salat und Tomaten nun Burger genannt wird und wann nicht.

Veggie-Burger dürfen nicht mehr Burger heißen

Im Europäischen Parlament hatte man jetzt die Idee für ein neues Gesetz, das den Umgang Wörtern wie Steak, Wurst, Schnitzel und Burger regeln soll.

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Die Idee: Die genannten Wörter sollen künftig nur noch für fleischhaltige Produkte benutzt werden dürfen. Abgeordnete des EU-Landwirtschaftsausschusses hatten die Debatte ins Rollen gebracht.

Ein Steak ist ein Steak ist ein Steak

Das Argument: Konsumenten sollen durch transparente Begriffe besser informiert werden. „Steak sollte auch ein echtes Steak sein“, sagt der französische Europaabgeordnete Éric Andrieu laut einem Bericht der „Welt“.

Man wolle sich sich nicht gegen vegetarische Produkte stellen, sondern Verbraucher besser informieren. „Einen Veggie-Burger als Burger zu bezeichnen, ist fast eine Täuschung der Verbraucher“, so Andrieu.

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Also kein Veggie-Burger mehr, kein Sellerieschnitzel. Ein ähnliches Schicksal hat die Sojamilch hinter sich: Die muss jetzt Soja-Drink heißen. Denn 2017 hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass Wörter wie Milch oder Käse nur für Produkte verwendet werden dürfen, die einen tierischen Urspung haben.

Veggie-Disc?

Die Abgeordneten sehen in diesem Urteil eine gute Grundlage für ihr Fleisch-Anliegen. Diverse Umweltschützer sowie die vegetarische Lebensmittelindustrie sehen das als Angriff auf vegetarische Ernährung. So spricht Harriet Bradley, Landwirtschaftsexpertin bei der Nichtregierungsorganisation Birdlife, von „reaktionären Abgeordneten, die von der Farmlobby versklavt werden“, wie die Welt schreibt.

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Abseits des Streits kursieren bereits erste Vorschläge für Alternativbezeichnungen. „Veggie-Disc“ zum Beispiel. Das klingt nun wiederum vielleicht eher nach einer Meditations-CD für Gemüsefreunde - aber über Geschmack lässt sich nicht streiten. Über Wörter hingegen schon.

 
 

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