Zentralrat der Juden: „Stern“-Cover mit Trump geschmacklos

Vergleichbar mit Hitler? Der „Stern“ zieht diesen Vergleich mit einem provokanten Cover.
Vergleichbar mit Hitler? Der „Stern“ zieht diesen Vergleich mit einem provokanten Cover.
Foto: Jonathan Ernst / REUTERS
Viele Beobachter sehen Donald Trump als Schürer von Hass. Der „Stern“ zeigt ihn mit Hitlergruß. Das stößt bei vielen auf Kritik.

Berlin.  Das neue Cover des Magazins „Stern“ sorgt für Diskussionen. Auf dem Titel zeigt das Magazin den US-Präsidenten Donald Trump in einer Fotomontage. Er ist in eine amerikanische Flagge gehüllt und zeigt den Hitlergruß. Die Titelzeile lautet in Anlehnung an Hitlers Buch „Mein Kampf“: „Sein Kampf“.

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, kritisiert das Cover jetzt scharf. „Die Darstellung von Präsident Trump als vermeintlich neuer Hitler ist geschmacklos und völlig deplatziert“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“.

Zwar lasse sich Trump zurecht kritisieren, so der Präsident des Zentralrates. „Präsident Trump aber mit Hitlergruß und dem Untertitel ,Sein Kampf’ abzubilden, verharmlost das eliminatorische Wirken der Nationalsozialisten und relativiert Hitlers ideologische Propagandaschrift ‘Mein Kampf’“, sagte Schuster der Zeitung. Der Stern solle seiner Meinung nach von „derart relativierenden Effekthaschereien“ absehen.

„Stern“-Cover erinnert an US-Serie

Zuletzt hatten mehrere Medien Donald Trump mit einer Maske des rechtsextremen Ku-Klux-Klan gezeigt. Die Bilder waren Reaktionen auf Trumps zurückhaltende Kommentare nach einem tödlichen Angriff während einer Demonstration von Rechtsextremen im Ort Charlottesville.

Das aktuelle „Stern“-Cover erinnert wiederum stark an die Werbung für die Amazon-Serie „The Man In The High Castle“. Die Serie zeichnet eine fiktive Nachkriegsgeschichte, in der die Nazis den Zweiten Weltkrieg gewonnen haben und nun in den USA eine Schreckensherrschaft führen. Die Werbung für die Serie zeigte die Freiheitsstatue mit Hitlergruß. Durch die umgehängte US-Flagge wirkt auch die Bildretusche des „Stern“ mit Donald Trump wie eine Kopie der Freiheitsstatue.

Große Kritik an „Stern“-Cover mit Trump

Die „Stern“-Autoren beschreieben in der Titelgeschichte, wie Donald Trump in den USA Hass schürt. Trump brauche längst keine Einflüsterer von rechts mehr, er vertrete längst selbst eine rechte Gesinnung. Der US-Präsident habe sich in den vergangenen Monaten zum Anführer von Rassisten gemacht, schreibt Chefredakteur Christian Krug im Editorial des Magazins.

In den sozialen Netzwerken wird das Cover bereits heiß diskutiert. Zahlreiche Beobachter fragten sich zunächst, ob die geteilten Bilder des Covers überhaupt echt seien. Andere werteten das Titelbild als geschmacklos.

(mit epd-Material)

 
 

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