Stellt die Weichen!

Die Landesregierung lässt den Öffentlichen Nahverkehr in NRW ein Jahr lang systematisch von einer Expertenkommission durchleuchten. Das müsste keine schlechte Nachricht sein, wäre man nicht all dieser konsensorientierten Arbeitskreise und Kommission allmählich müde.

Regieren heißt entscheiden, und die Probleme des ÖPNV sind so offenkundig, dass sie eigentlich nicht noch einmal neu sortiert und benannt werden müssten, sondern einer beherzten Lösung harren.

Einwohnerschwund auf dem Land, steigende Beförderungszahlen in den Ballungszentren, zunehmend ältere Fahrgäste mit anderen Bedürfnissen, immer weniger Schülerfahrten, gewaltige finanzielle Lücken – all das erfordert keinen „Masterplan“ mit Wasserzeichen, sondern viele kleine Weichenstellungen im politischen Alltag.

Im Dickicht aus benachbarten kommunalen Verkehrsgesellschaften und diversen Zweckverbänden lässt sich ebenso Geld sparen wie bei den Energiekosten. Immerhin: Man muss Rot-Grün zugute halten, dass eine Expertenkommission stets auch Legitimation schafft für Veränderungen. Hoffentlich fällt ihr mehr ein als Angebotsausdünnung oder der Ruf nach frischem Geld vom Bund.

 
 

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