Start der neuen Studienplatzvergabe gescheitert

Die Hörsäle sind voll, die Bewerbung auf Studienplätze ist oft kompliziert. Eine echte Verbesserung ist nicht in Sicht, denn das neue Verfahren zur Studienplatzbewerbung kann nicht zum nächsten Wintersemester beginnen. Foto: ddp
Die Hörsäle sind voll, die Bewerbung auf Studienplätze ist oft kompliziert. Eine echte Verbesserung ist nicht in Sicht, denn das neue Verfahren zur Studienplatzbewerbung kann nicht zum nächsten Wintersemester beginnen. Foto: ddp
Foto: ddp images/dapd/Roland Magunia
Nun ist es offiziell: Das neue System der Studienplatzbewerbung für zulassungsbeschränkte Fächer wird nicht zum Wintersemester 2011/12 an den Start gehen können. Der Rat der Stiftung für Hochschulzulassung (früher ZVS) hat sich heute für eine Verschiebung entschieden. Zuvor hatten mehrere NRW-Unis Kritik am neuen Verfahren geübt.

Dortmund. Die Stiftung für Hochschulzulassung spricht von „größeren Problemen und Verzögerungen“. Sie hält es für nicht möglich, dass sich die Hochschulen bis zum kommenden Wintersemester an der neuen bundesweiten Online-Zulassung beteiligen können.

Das heißt: Angehende Studenten müssen weiter auf die vorhandenen Zulassungsverfahren der Unis und Fachhochschulen zurückgreifen. Die Studienplatzbörse der Hochschulrektorenkonferenz wird ebenfalls erneut zum Einsatz kommen. Sie sollte eigentlich nur eine Übergangsregelung sein. Die Stiftung für Hochschulzulassung in Dortmund glaubt, dass die meisten Hochschulen sich gern an dem neuen Angebot beteiligen möchten. Dennoch gab es in den letzten Tagen viel Kritik, insbesondere aus den Ruhrgebiets-Unis.

NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sagte: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist kein reibungsloser Betrieb des bun­desweiten Online-Zulassungsverfahrens gewährleistet.“ In NRW müsse dennoch niemand befürchten, deshalb sein Studium nicht zum nächsten Wintersemester aufnehmen zu können. Die Ministerin betonte, die NRW-Hochschulen hätten die aktuelle Situation nicht zu verantworten. „Sie sind gut vorbereitet und haben sich rechtzeitig um Alternativen gekümmert“, so Schulze. Im Moment sei es jedenfalls besser gewesen, „rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, als auf etwas zu setzen, das noch nicht wirklich funktioniert“.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Margret Wintermantel, sagte: „Solange das System nicht rund und zuverlässig läuft, darf es nicht an den Start gehen. Qualität und Verlässlichkeit müssen vor Schnelligkeit gehen. Deshalb war es eine richtige und verantwortungsvolle Entscheidung, den Start des Verfahrens zu verschieben.“

 
 

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