Starben 354 Menschen bei Nato-Luftangriffen in Libyen?

DerWesten
Noch immer keine Ruhe in Libyen. (Foto: afp)
Noch immer keine Ruhe in Libyen. (Foto: afp)
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Ein Sprecher des gestürzten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi hat schwere Vorwürfe gegen die Nato erhoben: Bei Luftangriffen in Sirte seien Wohnhäuser getroffen und 354 Menschen getötet worden, sagte Mussa Ibrahim am Samstag.

Tunis. Ein Sprecher des gestürzten libyschen Machthabers Muammar Gaddafi hat schwere Vorwürfe gegen die Nato erhoben: Bei Luftangriffen des westlichen Militärbündnisses in Gaddafis Geburtsstadt Sirte seien Wohnhäuser getroffen und 354 Menschen getötet worden, sagte Mussa Ibrahim am Samstag in einem Telefongespräch der Nachrichtenagentur Reuters.

Insgesamt seien durch das Nato-Bombardement Sirtes binnen 17 Tagen mehr als 2000 Menschen ums Leben gekommen. Gaddafis Anhänger seien ausreichend bewaffnet und in der Lage, den Kampf monatelang fortzusetzen. Gaddafi selbst halte sich in Libyen auf und habe in dem Kampf gegen die Übergangsregierung das Oberkommando.

Die Angaben konnten zunächst nicht überprüft werden.

Die aus der Rebellenbewegung hervorgegangene Übergangsregierung ist im Ringen um die Kontrolle Sirtes auf heftigen Widerstand der Gaddafi-Getreuen gestoßen. In der Wüstenstadt Bani Walid, eine andere verbliebene Gaddafi-Hochburg, wurden sie am Freitag unter Raketenbeschuss zum Rückzug gezwungen. (rtr)