Thilo Sarrazin: Verwirrung um Rauswurf aus SPD

Foto: dpa

Verwirrung um einen möglichen Parteiausschluss von Thilo Sarrazin: Die SPD hat Berichten der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge den Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei geworfen. Sarrazin selbst aber sagt: Davon wisse er nichts.

Ausschlaggebend sollen laut APA unter anderem Sarrazins umstrittenes Buch „Feindliche Übernahme“ und vor allem ein Auftritt von Thilo Sarrazin auf einer Veranstaltung der rechtspopulistischen österreichischen Partei FPÖ sein.

+++ Thilo Sarrazin: SPD will ihn rauswerfen – jetzt macht er diese überraschende Ankündigung +++

Sarrazin hatte im Rahmen des Europawahlkampfes im März 2019 an einem Diskussionsabend der Freiheitlichen Akademie Wien aufgetreten.

Thilo Sarrazin: SPD-Rauswurf nach Auftritt bei FPÖ

Auch zugegen war der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache, der nach der Ibiza-Affäre zurückgetreten war. Auf der Veranstaltung hatte Strache davon gesprochen, in islamischen Kindergärten würden Kinder durch Hassprediger zu Märtyrern erzogen . Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) zeigte ihn daraufhin an.

+++ WDR: Sender macht sich zum Weichei der Republik – ein Kommentar +++

Die Entscheidung des Landesschiedsgerichts der Berliner SPD fiel laut APA am Mittwochabend.

Sarrazins Anwalt Andreas Köhler erklärte später allerdings, weder er noch sein Mandant hätten bislang von einem Ausschluss erfahren. Eine Sprecherin der Berliner SPD betätigte, dass es in der Tat eine Entscheidung gegeben habe - sie verriet aber nicht, wie diese aussieht.

Noch vor einigen Tagen hatte Thilo Sarrazin erklärt, dass die SPD mit ihren seit Jahren betriebenen Versuchen, ihn aus der Partei auszuschließen, auch diesmal scheitern werde. „Ich habe wissenschaftliche Sachbücher geschrieben“, hatte der 74-Jährige anlässlich einer Berufungsverhandlung eines Parteigerichts in Berlin gesagt.

Thilo Sarrazin aus SPD ausgeschlossen

Bisher habe niemand aus der SPD-Führung belegen können, was daran sachlich falsch sei. „Ich lasse mir meinen Ruf als Sachbuchautor nicht kaputtmachen.“

Thilo Sarrazin ist vor allem wegen migrationskritischer Äußerungen in seinen Büchern umstritten. So sprach er mit Blick auf muslimische Zuwanderer schon 2009 von Menschen, „die ständig neue Kopftuchmädchen produzieren“.

+++ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Interview: „Konservative haben die Distanz zu Rechtspopulisten verloren“ +++

Thilo Sarrazin: „Andersartigkeit der Muslime“

2018 schrieb er, die „religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime“ und deren steigende Geburtenzahlen gefährdeten die offene Gesellschaft, Demokratie und den Wohlstand hierzulande. Integration sei kaum möglich. (pen, dpa)

 
 

EURE FAVORITEN