Parteiaustritte: SPD und Union verlieren Mitglieder, Tausende treten in AfD ein

Die SPD verlor 2016 etwa 9000 Mitglieder – langsam wächst die Zahl wieder.
Die SPD verlor 2016 etwa 9000 Mitglieder – langsam wächst die Zahl wieder.
Foto: Bernd Thissen / dpa
Den Koalitionsparteien laufen die Mitglieder davon. Terror und die Flüchtlingsthematik gelten als Gründe . Am stärksten wächst die AfD.

Berlin.  Die Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD haben dieses Jahr durch die alles überschattenden Debatten über Flüchtlinge und Terrorgefahr viele Mitglieder eingebüßt. Dagegen legten die nicht im Bundestag sitzenden Parteien FDP und AfD zu.

Die Rechtspopulisten verzeichneten durch die strikte Ablehnung der Zuwanderungspolitik der großen Koalition sogar einen Run auf ihre Parteibücher. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zum Jahresende. Die Alternative für Deutschland (AfD) wuchs innerhalb eines Jahres bis Dezember von 22.000 auf 26.000 Mitglieder.

SPD hat wieder mehr Mitglieder als die CDU

Die CDU rangiert mit 434.019 Mitgliedern (Ende November) derzeit wieder einmal hinter der SPD. Der massive Vertrauensverlust in der Wählerschaft und der Dauerstreit von Parteichefin Angela Merkel mit der bayerischen CSU-Schwester um die Flüchtlingspolitik kostete im Zwölf-Monatsvergleich fast 13.000 Mitglieder . Die Christsozialen mussten mit derzeit 143.000 Mitgliedern im Vorjahresvergleich ein Minus von rund 1000 verschmerzen. Ende 2015 hatte die CDU noch die SPD als mitgliederstärkste Partei abgelöst.

Die SPD sackte im Sommer auf gut 436.000 Mitglieder ab, verzeichnete danach aber mehrere tausend Neueintritte. Derzeit nähere man sich wohl wieder dem Niveau von rund 445.000, die das Willy-Brand-Haus Ende November 2015 registriert hatte. Am Jahresende 2015 waren es dann rund 442.814.

Grüne und FDP legen zu

Die Linke zählte bis Ende September 58.645 Mitglieder – ein Jahr zuvor waren es etwa 1000 mehr gewesen. Zuletzt hätten sich die Zahlen aber „erfreulich entwickelt“. Die Grünen begründen ihren Zuwachs von 59.418 vor einem Jahr auf zuletzt 60.791 mit der Urwahl ihrer Spitzenkandidaten für 2017. Die FDP verzeichnete einen Zuwachs binnen Jahresfrist von 53.200 auf 53.800. (dpa)

 
 

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