SPD-Politiker schockiert mit krassem Video: „Ihr werdet mich nicht daran hindern, dass...“

SPD-Politiker Uli Grötsch: Ihm wurde von Rechtsextremen mit dem Tod gedroht.
SPD-Politiker Uli Grötsch: Ihm wurde von Rechtsextremen mit dem Tod gedroht.
Foto: dpa

Die Begrüßung lässt vielleicht noch schmunzeln, weil sie so ungewöhnlich ist: „Liebe Neonazis, liebe Rechtsterroristen“, sagt SPD-Politiker Uli Grötsch zu Beginn seines 38 Sekunden langen Videos lächelnd.

Danach gefriert das Schmunzeln aber definitiv und es folgt der Schock über das, was der bayerische SPD-Generalsekretär erzählt.

SPD-Politiker Uli Grötsch: „Liebe Neonazis“

„Heute habt ihr mir innerhalb von acht Wochen zum zweiten Mal eine Morddrohung geschickt, heute war es eigentlich mehr ein Mordaufruf.“ Der Bundestagsabgeordnete zitiert: „Tötet Uli Grötsch! Genickschuss! Wie Lübcke!“

Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke war im Sommer vor seinem Haus kaltblütig erschossen worden. Dringend tatverdächtig ist ein Rechtsextremist.

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„Ich werde weiter gegen euch kämpfen“

Uli Grötsch, der für die SPD im Innenausschuss des Bundestages sitzt, zeigt sich kämpferisch in seinem Video. Er sagt in Richtung der Rechtsextremen: „Ich will euch auf diesem Weg gerne sagen, dass ihr machen könnt, was ihr wollt, dass ihr mir drohen könnt, mit was ihr wollt. Ihr werdet mich nicht daran hindern, mein Leben so zu leben, wie ich es schon immer getan habe, und weiter gegen euch zu kämpfen.“

Er sagt es mit einem Lächeln, das die mutige „Ihr-könnt-mich-mal“-Attitüde noch stärker wirken lässt.

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Angriffe von Rechtsextremen

  • Die Zahl rechter Angriffe ist gestiegen
  • Besonders im Osten der Republik
  • Im Vergleich zu 2018 ist die Zahl der Attacken um 8 Prozent gestiegen

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Danach sagt Grötsch in Richtung aller Zuschauer: „Wenn du auch gegen Rechts bist, wenn du für Freiheit bist, für ein buntes Deutschland, das weltoffen ist, schließe dich mir an und kämpfe mit mir gegen die Feinde der Demokratie.“

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„Danke für deine klaren Worte“

Das Video wurde Hunderte Male geteilt und kommentiert. Viele Nutzer zeigten sich betroffen und schockiert. „Ich bin entsetzt. Danke für deine klaren Worte“, schreibt eine Nutzerin unter den Post des SPD-Politikers.

„Große Solidarität und Chapeau vor Ihrer Haltung“, kommentiert ein anderer. Grötsch selbst schreibt: „Ich bin überwältigt von eurer großartigen Unterstützung! Herzlichen Dank für so viel Solidarität.“

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SPD-Politiker Grötsch: Neue Eskalationsstufe

Grötsch sagte gegenüber der Deutschen Presseagentur, Beleidigungen und Bedrohungen kämen immer wieder bei ihm an. Mit dem aktuellen Mordaufruf sei aber eine neue Eskalationsstufe erreicht worden.

Deshalb habe er sich auch entschieden, dies öffentlich zu machen. Wie stets in solchen Fällen habe er auch die Polizei eingeschaltet, die nun versuche, den anonymen Absender der E-Mail zu ermitteln. „Ich nehme das sehr, sehr ernst, das muss ich schon sagen“, sagte Grötsch.

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Der Generalsekretär der Bundes-SPD, Lars Klingbeil, schrieb auf Twitter: „Das ist unfassbar, Uli. Wir stehen an deiner Seite!“ (pen, dpa)

 
 

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