Karl Lauterbach: Wäre der SPD-Politiker der ideale Gesundheitsminister? Er will das ganze System auf den Kopf stellen

SPD: Hat Karl Lauterbach das Zeug zum Gesundheitsminister? (Symbolbild)
SPD: Hat Karl Lauterbach das Zeug zum Gesundheitsminister? (Symbolbild)
Foto: IMAGO / teutopress

Kaum ein Politiker – schon gar nicht aus der SPD – ist derzeit so präsent wie Karl Lauterbach.

Durch die Corona-Pandemie rückte der SPD-Politiker immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Kaum eine Talkshow kommt derzeit ohne den Gesundheitsexperten aus. Doch wäre er auch ein geeigneter Kandidat für den Posten des Gesundheitsministers?

SPD: Karl Lauterbach im Fokus der Öffentlichkeit

Die Corona-Pandemie hält die Welt seit etwa einem Jahr fest im Griff. In dieser Zeit gerieten Virologen, Mediziner und Gesundheitsexperten immer mehr in den Fokus. Von den Politikern hat sich besonders einer hervorgetan: SPD-Politiker Karl Lauterbach. Kein anderer Politiker nimmt so häufig an Talkshows wie „Markus Lanz“ und ähnlichen teil wie Lauterbach.

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Mehr über SPD-Politiker Karl Lauterbach:

  • Der SPD-Politiker sitzt seit 2005 im Bundestag
  • Er stammt aus Düren (NRW)
  • Zuerst war er Mitglied der CDU, wechselte dann aber 2001 zur SPD.
  • Vor seiner politischen Karriere war er Arzt sowie Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität zu Köln.
  • Seine Kandidatur als SPD-Vorsitzender im Duo mit Nina Scheer scheiterte 2019. Sie kamen mit 14,6 Prozent nur auf den vierten Platz.
  • Lauterbach ist Vater von fünf Kindern.

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Schon zu Beginn der Pandemie in Deutschland fiel Lauterbach durch seine Forderungen nach harten Maßnahmen auf. Bis heute wirbt er für konsequenten Maßnahmen. Dadurch hat er sich aber nicht nur Freunde gemacht. Doch im Bezug auf die Bekanntheitsgrad hat wohl kein Politiker so von der Corona-Pandemie „profitiert“ wie der SPD-Mann.

SPD: Karl Lauterbach gewinnt an Bekanntheit in der Corona-Krise

Dabei befindet sich die SPD grundsätzlich im „Tal der Tränen“. Bei der anstehenden Bundestagswahl 2021 könnte die Partei ihre Position als zweitstärkste Kraft im Deutschen Bundestag an die Grünen verlieren. Aktuelle Umfragen sehen die SPD bei etwa 15 Prozent. Das wären nochmal rund fünf Prozent weniger als bei der Bundestagswahl 2017. Der große Konkurrent – die Union – scheint der SPD vollkommen enteilt zu sein.

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Dennoch könnte die SPD auch weiterhin durch eine Koalition an der Regierung beteiligt sein. Wodurch sich auch die Frage nach den richtigen Politikern für die Ministerien stellen. Wer würde einem da für das Amt des Gesundheitsministers eher in den Sinn kommen als Gesundheitsexperte Karl Lauterbach?

SPD: Karl Lauterbach als Verfechter der Bürgerversicherung

Auf den ersten Blick erscheint Lauterbach als der perfekte Kandidat für den Gesundheitsminister. Immerhin ist er promovierter Mediziner und gehört seit 2005 dem Bundestag an. Das man auch für den Posten als Gesundheitsminister nicht unbedingt vom Fach sein muss, beweist aktuell Jens Spahn. Der CDU-Politiker ist gelernter Bankkaufmann und hat danach Politikwissenschaft studiert – nach Medizin oder ähnlichen Studiengängen sucht man in seinem Lebenslauf vergebens.

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Mit seinem Fachwissen könnte Lauterbach sicherlich punkten und dementsprechend mehr Expertise mitbringen. Der SPD-Politiker könnte allerdings auch das ganze System auf den Kopf stellen. Bereits seit 2004 ist Lauterbach Mitglied der Arbeitsgruppe Bürgerversicherung des Parteivorstandes der SPD. Das Thema Bürgerversicherung hat er sich groß auf die Fahne geschrieben. 2018 gab er in einem Interview an, sicher zu sein, dass die Bürgerversicherung langfristig kommen werde.

Eine Bürgerversicherung würde das aktuelle Krankenversicherungssystem in Deutschland auf den Kopf stellen. Alle Bürger würden demnach einer solidarischen Krankenversicherung angehören. Es gäbe für Neuversicherte keine gesetzlichen und privaten Krankenversicherung mehr wie heute – nur noch die Bürgerversciherung. Die Privilegien für Privatversicherte wie beispielsweise für Beamte würden wegfallen.

Nach den Vorstellungen des SPD-Politikers – die er 2018 in einem „Informationspapier zur Bürgerversicherung“ festhielt – würden alle erstmals Versicherten automatisch in der Bürgerversicherung versichert werden. „Bisher Privatversicherte können wählen, ob sie in die Bürgerversicherung wechseln oder weiterhin privat versichert sein möchten“, heißt es in dem Papier. Es solle demnach auch weiter unterschiedliche Krankenversicherungen geben. Auch PKVs könnten die Bürgerversicherung anbieten.

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Da Karl Lauterbach zu den größten Verfechtern einer Bürgerversicherung gehört, würde er als Gesundheitsminister sicherlich versuchen, diese zu veranzubringen. Im Weg zum Gesundheitsministerium steht dem SPD-Politiker aber wohl am meisten seine eigene Partei. Die derzeitige Schwäche der SPD macht eine weitere Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten eher unwahrscheinlich. Ob Karl Lauterbach eine Chance auf das Amt hat oder wieder mehr oder weniger in der Versenkung verschwinden wird, sobald die Corona-Pandemie überstanden ist, wird sich nach der Bundestagswahl 2021 zeigen.