SPD: Juso-Funktionär postet Mordfantasien – Linke verteidigen den Jungpolitiker trotzdem

Verstörende Mordfantasien eines Juso-Vorstandsmitglied.
Verstörende Mordfantasien eines Juso-Vorstandsmitglied.
Foto: IMAGO / Shotshop, IMAGO / photothek

Aufregung um ein Vorstandsmitglied der Berliner Jusos. Der mittlerweile zurückgetretene Funktionär im SPD-Nachwuchs postete auf Twitter Gewalt- und Mordfantasien.

Besonders pikant wird der Fall dadurch, dass ihn ausgerechnet ein SPD-Landtagskandidat und die Jugendorganisation solid der Partei „Die Linke“ noch verteidigt.

SPD: Juso-Vorstand postet Mordfantasien im Netz

Der Jungsozialist aus Berlin postete verstörende Hass-Botschaften mit einem einfach zu entschlüsselnden Zahlen- und Buchstabencode im Netz. Unter anderem:

  • „Jungl1b€ra£€ €r5h007€n wann?“ (Jungliberale erschießen wann?)
  • „Ein v€rm1€7€rschw€!n (Vermieterschwein) persönlich zu €rsh0073n (erschießen) kann hilfreich sein aber, aber muss nicht notwendig voraussetzung sein.“
  • „sollte jeff bezos eines tages unerwartet den folgen einer sprengstoffverletzung erliegen, käme ich nicht umhin, eine klammheimliche freude zu verspüren.“

Jusos in der SPD: Jungpolitiker tritt nach Hass-Tweets zurück

Die „Bild“-Zeitung machte die Gewalt-Tweets bekannt, die daraufhin im Netz für Entsetzen und Empörung sorgten. Der Jungsozialist, der in einer Juso-Hochschulgruppe an der Berliner Humboldt-Universität aktiv ist und darüber Mitglied im erweiterten Landesvorstand der Jusos Berlin war, trat am Wochenende von seinen Ämtern bei den Jusos und in der SPD zurück. Er entschuldigte sich laut „Bild“ in einem Schreiben für seine „dummen und unbedachten Äußerungen in den sozialen Netzwerken“. Ihm sei klar geworden, dass sie „als Aufforderung zur Gewalt verstanden werden können“.

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5 Fakten über die SPD:

  • Im neuen Logo der SPD ist eine Rose zu sehen. Die rote Rose, verbreiteter aber die rote Nelke, ist das Symbol der Arbeiterbewegung.
  • Den Namen der Parteizeitung "Vorwärts" gibt es unverändert seit 1876, erst 1890 änderte die Partei ihren Namen in "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" um.
  • Die größte Arbeitsgemeinschaft der SPD ist die "AG 60 plus".
  • Im SPD-Shop gibt es unter anderem einen Partei-Toaster und SPD-Desinfektionsmittel zu kaufen.
  • Die Abkürzung Jusos für Jungsozialisten gilt in Hamburg nicht. Dort nennt sich der Parteinachwuchs "Junge Sozialdemokraten".

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Von der Berliner Spitze der SPD kam zuvor eine klare Ansage. Berlins SPD-Chefin Franziska Giffey stellte klar: „So ein Verhalten ist nicht hinnehmbar. Wir sind entsetzt. Das muss Konsequenzen haben und diese Erwartung haben Raed Saleh und ich gegenüber dem Juso-Landesvorstand auch geäußert.“

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SPD-Landtagskandidat und solid stellen sich trotzdem auf die Seite des Juso

Doch nicht alle sehen das so. Daniel Al-Kayal, ein Landtagskandidat der SPD aus Heidelberg bei der nächsten Wahl in Baden-Württemberg, solidarisierte sich mit dem Juso und warf dem Springer-Verlag einen ungerechtfertigten Angriff auf den Jungpolitiker vor.

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Auch die Jugendorganisation solid der Partei Die Linke schaltete sich im Netz in die Debatte ein – und stellte sich auf die Seite des Jungsozialisten: „Weil sich Linke nie von Rechten vor sich hertreiben lassen dürfen: #solidarittmitbengt“ (Bengt ist der Name des Juso auf Twitter). Das wiederum empörte den bayerischen FDP-Fraktionsvorsitzenden Martin Hagen: „Solche Extremisten sind ein Fall für den Verfassungsschutz und haben in Parlamenten nichts verloren!“