Sorge um Personalnot in Pflegeheimen

Düsseldorf.  Die NRW-Gesundheits­ministerin Barbara Steffens (Grüne) hat einen verbindlichen Personalschlüssel für die Pflege in Heimen und Kliniken gefordert. „Der Bund muss endlich klare Vorgaben machen“, sagte Steffens dieser Zeitung. Aufgrund der steigenden Zahl ­älterer Menschen sei mehr Personal erforderlich, „das aber nur von den Kassen bezahlt wird, wenn der Bund dies klar regelt“.

Aus Sicht des Vorstands der ­Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sind die Pflegekräfte in ­Kliniken und Pflegeheimen „absolut überfordert“. Immer mehr ältere und demente Pflegebedürftige ­würden in Kranken­häuser einge­liefert. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Pflegebe­dürftigen in NRW nach Prognosen der Gesundheits­behörden um 340 000 auf 920 000 Personen ansteigen.

Bis 2030 fehlen 500 000 Fachkräfte

Der Pflegebeauftragte der Bundes­regierung, Karl-Josef Laumann (CDU), betonte, dass Geld für mehr Personal vorhanden sei. Durch die 0,2-prozentige Anhebung des ­Beitragssatzes in der Pflegever­sicherung würden für die stationäre Pflege durch die zweite Pflegereform jährlich 330 Millionen Euro zusätzlich bereitgestellt. Hinzu kommen im vollstationären Bereich jährlich 200 Millionen Euro zusätzlich ­Bestandsschutz. Ein Problem: Nach jüngsten Schätzungen werden bis 2030 rund 500 000 Pflegekräfte in Deutschland fehlen. Bereits heute werden mit ­großem Aufwand ­ausländische Fachkräfte für die ­Pflege angeworben.

 
 

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