Schweizer stoppen gierige Manager

Daniel Freudenreich

Bern.  Ein Gesetz gegen die Gier: Überzogene Millionenvergütungen für Spitzenmanager sollen in der Schweiz bald der Vergangenheit angehören. Dafür müssen Regierung und Parlament nach dem Willen des Volkes nun eine gesetzliche Grundlage schaffen. Für die entsprechende Volksinitiative „gegen Abzockerei“ stimmten am Sonntag bei einem Referendum 67,9 Prozent der Teilnehmer.

Die von dem mittelständischen Unternehmer und parteilosen Abgeordneten Thomas Minder eingebrachte Initiative „gegen die Abzockerei“ zielt darauf ab, Exzesse bei Bonus-Zahlungen, Abfindungen und Gehältern für Manager börsennotierter Unternehmen durch die Stärkung der Aktionärsrechte zu unterbinden. Über die Höhe von Managervergütungen sollen die Aktionäre künftig jährlich entscheiden. Sondervergütungen wie Abgangsabfindungen oder Begrüßungsgelder in Millionenhöhe sollen gänzlich verboten werden. Verstöße gegen die Regelungen sollen auch mit bis zu drei Jahren Gefängnis und hohen Geldbußen bestraft werden.

„Berlin soll das Signal ernst nehmen“

Deutsche Politiker reagierten positiv auf das Schweizer Votum. SPD-Fraktionsvize Joachim Poß sagte: „Die Menschen wollen die enormen Einkommensunterschiede zwischen Spitzenmanagern, die oft gar nicht so ,spitze’ sind, und den vielen sonstigen Arbeitnehmern nicht mehr hinnehmen. Das ist in Deutschland nicht anders als in der Schweiz.“ Linken-Parteichefin Katja Kipping kommentierte gegenüber der WAZ: „Wir brauchen auch in Deutschland eine Diskussion über die Grenzen der Ungleichheit. Dass ein DAX-Vorstand 54 -mal so viel verdient wie ein Angestellter, ist sachlich durch nichts als Gier zu begründen.“ Der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Gerhard Schick: „Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin sollte dieses Signal ernst nehmen. Wir brauchen auch in Deutschland stärkere Regeln gegen Gehaltsexzesse“. Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU) mahnte: „Es ist sinnvoll, wenn die Aktionäre über die Vergütung von Vorständen und Aufsichtsräten entscheiden dürfen. Es darf aber nicht automatisch eine Obergrenze geben.“