Was die Forscher im Ruhrgebiet können

Foto: ddp WP
Wie geht's weiter mit dem Klimawandel, der Überalterung, der Zuwanderung, der Technik? Wissenschaftler aus dem Revier zeigen auf der Messe „Wissenswelten Metropole Ruhr" in Dortmund, worüber sie forschen.

Dortmund. Arbeiten, das machen sie jeden Tag, die Wissenschaftler und Forscher im Ruhrgebiet. Meist still und unauffällig in ihren Laboren, Büros, Hörsälen und Denkerstuben. Jetzt aber wollen sie einmal zeigen, woran sie forschen, was sie tun, welche Ziele sie sich gesetzt haben – und wie es weiter gehen kann im Ruhrgebiet. Mit dem Klimawandel, der Überalterung, der Zuwanderung, der Arbeit, der Technik und so fort.

Am 15. Juli werden mehr als 40 Forschungsinstitute der Region sich und ihre Arbeit auf der ersten internationalen Wissenschaftsmesse in den Hallen der Dortmunder ­DASA-Ausstellung präsentieren. Veranstaltet wird die Messe vom Wissenschaftsforum Ruhr, unter dessen Dach sich mittlerweile 45 Forschungsinstitute im Ruhrgebiet versammelt haben.

Und was es da nicht alles gibt an Instituten und Wissenschaftseinrichtungen zwischen Duisburg und Dortmund: zwei Max-Planck-, drei Fraunhofer- und vier Leibniz-Institute, das Bergbau Museum Bochum, das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung, das Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus in Dortmund, das Grönemeyer-Institut für Mikrotherapie in Bochum, das Institut für Arbeit und Qualifikation in Essen, das Institut für Energie- und Umwelttechnik – und und und. Gäbe es eine „Schachtzeichen-Aktion“ für die Wissenschaft, man würde staunen. Überall im Revier stiegen gelbe Ballons empor. Sichtbar wäre: Die Kohle- wurde zur Wissens-Region.

Aber was machen die alle bloß? Das soll die „Wissenswelten-Messe“ zeigen. Eine Schau der Wissenschaft zum Verstehen, Mitdenken und Begreifen soll es werden, verspricht Prof. Jürgen Howaldt, neben Dietrich Grönemeyer Vorsitzender des Wissenschaftsforums Ruhr. In Workshops, Diskussionsrunden, Quizshows und „interaktiven Themenlandschaften“ stellen die Institute „regionale Projekte mit internationaler Strahlkraft“ vor, betont Howaldt. Es war schon immer die Stärke der DASA, Themen und Inhalte publikumsnah und begreifbar darzustellen. Wer einmal dort war, weiß es.

„Wir wollen Spaß an der Wissenschaft wecken, Hemmschwellen abbauen und auch werben für die Wissenschaft als Beruf“, sagt Peter Busse, Kurator der DASA. „Mit Forschung lässt sich die Zukunft gestalten.“

Wer es konkreter möchte: Wie sich die Region auf den Klimawandel einstellen muss, was städtebaulich zu tun ist, daran forschen Institute im Ruhrgebiet. Oder: Wie die Arbeitswelt von morgen konkret aussehen wird. Da geht es ganz praktisch etwa um intelligente Schutzanzüge für Feuerwehrleute, die mit Hilfe von Sensoren die Körperfunktionen der Feuerwehrmänner im Einsatz überwachen können. Oder: Welche Chancen, aber auch welche Gesundheitsrisiken bietet die Nano-Technologie? Oder: Wie sieht der Alltag von Jugendliche mit Migrationshintergrund aus und wie kann man sie fördern? Oder: Was kann man tun, damit Ältere lange mobil und gesund bleiben? Oder: Wie finde ich unter 20 000 Artikeln im Supermarkt die richtigen für meine Kinder? Wie können Daten von Patienten, die im Ausland erkranken, sicher von Land zu Land übertragen werden? Wer kann das alles aufzählen? Jürgen Howaldt: „Wir wollen zeigen, was die Region kann.“

 
 

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