In der Nacht der Hausarbeiten helfen Unis Studenten

Vanessa Klüber
Der Kopf platzt und Panik macht sich breit. Das muss nicht sein. Statt alleine am Schreibtisch zu versauern, gibt es die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten. Foto: Stephan Eickershoff
Der Kopf platzt und Panik macht sich breit. Das muss nicht sein. Statt alleine am Schreibtisch zu versauern, gibt es die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool
Kopf und Dokument sind leer, der Schreibtisch dafür umso voller - und der Student verzweifelt. In der „Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ gibt’s am Donnerstag Hilfe. Uni-Schreibzentren aus Deutschland und NRW bieten Unterstützung an.

Bielefeld/Bochum. Sieben Jahre brauchte er für seine Doktorarbeit. Das Ergebnis: ein Plagiat. Ex-Verteidigungsminister Guttenberg litt vielleicht unter dem Verlust des Rechtsbewusstseins. Oder unter einer Schreibblockade und dem großen Quellenchaos. Damit es Studenten nicht wie ihm ergeht, wollen Universitäten weiterhelfen.

Deshalb organisieren nun einige Schreibwerkstätten die „Erste bundesweite Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“. Zum Beispiel die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die Universität Bielefeld (UB) schieben in der Nacht vom 10. auf den 11. März - von diesem Donnerstag auf Freitag - der Aufschieberitis einen Riegel vor. Die Mitarbeiter ihrer Schreibzentren locken mit Beratung, Schreibtisch-Yoga und ganz viel Austausch.

„Sich auszutauschen ist ganz entscheidend beim Schreiben von Hausarbeiten“, meint Maike Wiethoff vom Schreibzentrum der RUB. „Selbst das Geräusch getippter Tasten hilft beim eigenen Weiterkommen.“ Wiethoff rät den Studenten deshalb, in die Bibliothek zu gehen. Schon eine gemeinsame Mittagspause mit Kommilitonen strukturiere den Tag.

In der langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten werde es Gelegenheit zum ungestörten und zum gemeinschaftlichen Schreiben geben. „Wir haben auch genügend Raum, um es sich gemütlich zu machen“, sagt Diplom-Pädagogin Christiane Henkel vom Schreiblabor der UB. Kaffee gebe es, Alkohol nicht.

„Der erste Satz ist meistens nicht der beste.“

Für die Frühaufsteher, die in der Langen Nacht lieber schlafen, haben die Expertinnen jetzt schon einige Tipps. Maike Wiethoff: „Ganz wichtig: Früh mit der Hausarbeit anfangen und nicht erst wochenlang nur Texte lesen. Der erste Satz ist meistens nicht der beste, und erst beim Schreiben verschafft man sich neue Zugänge.“ Auch wichtig: Man solle sich immer wieder darüber klar werden, was man überhaupt mit seiner eigenen Arbeit wolle.

Quellen-Chaoten empfiehlt Christiane Henkel das Computerprogramm „Citavi“. Aber besser sei generell: Früh ein individuelles Quellensystem entwickeln und gründlich arbeiten. „Die eigene Leistung bei einer Hausarbeit ist ja die Argumentationsstruktur“, also die Verwendung von Quellen zum Aufbau von Argumenten.

Eine Anmeldung zur Langen Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten ist an der Ruhr-Universität Bochum unter 0234 32 -25104 und an der Universität Bielefeld unter 0521 106-3366 oder -2647 möglich. Informationen sind auch auf den Homepages derRUB und der UB zu finden.