Schützenvögel erneut auf Prüfstand

Menden..  Der längst beendet geglaubte Streit um den Durchmesser von Schützenvögeln, der Anfang 2013 bis zur Bundeskanzlerin hochschwappte, geht erst jetzt in die entscheidende Runde: Bis Ende 2014 sollen die Schießstands-richtlinien neu gefasst werden. Darin wird neben dem Rumpf-Durchmesser des Aars auch festgelegt, wie die schweren Kugelfänge gegen Abstürze zu sichern sind.

Die Moderation dieser Verhandlungen legte das Bundesinnenministerium noch unter Hans-Peter Friedrich in die Hände des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Daraufhin befürchteten Brauchtumsschützen aus NRW, dass sie bei den Neuregelungen erneut übergangen werden könnten und alarmierten ihre Bundestagsabgeordneten. Auf Anfrage von Dagmar Freitag (SPD) bestätigte der neue Innenminister Thomas de Maizière gestern, dass die Brauchtumsschützen bei der Neufassung mit von der Partie sein sollen.

Der Mendener Karl Jansen, Schützenoberst im Sauerländer Schützenbund und damit Chef von 166 000 Mitgliedern in 346 Vereinen und Bruderschaften, zeigte sich erleichtert: „Damals war es so, dass wir als Hauptbetroffene nicht gefragt wurden, als die Vögel auf 80 Millimeter Durchmesser verschlankt werden sollten.“ Mit solchen „Spielzeugen“, sagte Jansen, wäre jedes Vogelschießen innerhalb von Minuten beendet. Dabei sei das Schießen der Höhepunkt jedes Schützenfestes, im Schnitt würden zwischen 200 und 450 Schuss abgegeben. Dass nun nicht erneut allein die Sportschützen mitreden, hält er für recht und billig: „Wir sagen denen ja auch nicht, wie groß ihre Scheiben sein dürfen.“

Dem Innenminister machte Dagmar Freitag gemeinsam mit ihren Bundestagskollegen Willi Brase, Petra Crone, Wolfgang Hellmich und Dirk Wiese noch eine weitere Sorge der Vereine deutlich: Die zusätzliche Sicherung der Kugelfänge sei so teuer, dass die Kosten für viele Vereine nicht tragbar seien. Laut Jansen wird der Bereich unter den Kästen vielfach schon heute abgezäunt.

 
 

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