Schülerin verletzt: Festnahme nach Kostüm-Brand

Bottrop..  Nachdem das Kostüm einer 17-jährigen Schülerin beim Rathaussturm der Abiturienten in Bottrop Feuer gefangen hat, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen einen 18-jährigen Mitschüler. Er muss sich gegen den Vorwurf wehren, mit einem Feuerzeug den Kostümbrand verursacht zu haben, durch den die Jugendliche schwer verletzt worden ist.

Ausgangspunkt der Ermittlungen ist ein Video, das den Schüler zeigt, wie er „in unmittelbarer Nähe“ des späteren Opfers „mit einem Feuerzeug hantiert“. Eine Zeugenvernehmung hat den Verdacht erhärtet. Der Schüler wurde noch am Donnerstagabend vorläufig festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft machte er bei der Polizei keine Angaben zum Hergang des Unglücks.

Nach Angaben von Augenzeugen geschah es direkt am Haupteingang des Rathauses gegen 13.45 Uhr: Hunderte von Schülern in bunten Kostümen drängen sich um den Aufgang, um wie zu Karneval mit dem Rathaussturm den Motto-Tag zu krönen. „Ich war schon im Rathaus drin, als das passiert ist. Ich hab nur plötzlich Wärme an meinem Hals und Nacken gespürt und dann erst gesehen, dass es brennt“, berichtet eine Schülerin des Josef-Albers-Gymnasiums. Das wesentlich aus Watte bestehende Kostüm der 17-Jährigen fing sofort Feuer.

„Plötzlich stand das Mädchen in Flammen“, erzählt ein entsetzter Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums. „Sie hat versucht, sich selbst zu löschen und sich dann auf den Boden geworfen. Ich glaube, drei Leute haben versucht, die Flammen zu ersticken. Einer mit seinem Rucksack.“

Nach dem Unglück versinkt die Mottowoche in Trauer und Entsetzen. Überall stehen, sitzen und hocken weinende Jugendliche. Neben dem Eingang liegen Reste des verbrannten Kostüms, daneben ein Erste-Hilfe-Kasten. Immer mehr Polizisten und Feuerwehrleute fahren mit Blaulicht vor und fragen sich durch: „Ist sonst noch jemand verletzt?“

Diese verstörenden Szenen vom Donnerstag haben in den Bottroper Schulen Schatten geworfen. Der gestrige letzte Schultag am Josef-Albers-Gymnasium der verletzten Schülerin verlief „sehr ruhig“, sagt Schulleiter Reinhard Schönfeld. Gemeinsam haben die Abiturienten Besserungs-Wünsche an die Verletzte geschrieben. Nach dem Unfall gab es noch zwei Treffen in der Aula des Gymnasiums. „Wir haben uns dort versammelt, um mit den Schülern alles zu besprechen und sie zu betreuen.“ Aufgrund des Zwischenfalls hat sich der Schulleiter auch entschieden, vorübergehend die Internetseite des Gymnasiums abzuschalten.

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