Schüler: Bildungschancen ungleich

Berlin/Essen..  Mindestens 40 000 Flüchtlingskinder werden in diesem Jahr in NRW eine Schule besuchen, bundesweit wird ihre Zahl auf 300 000 bis 400 000 geschätzt. Die Integration dieser Kinder stellt die Schulen vor eine gewaltige Herausforderung. Eine repräsentative Umfrage zeigt nun, dass auch Schüler in der Mehrheit skeptisch sind, ob die Integration der ausländischen Kinder gelingen kann: Sie sehen das deutsche Bildungssystem damit überfordert.

Im Auftrag des Stifterverbands für die deutsche Wissenschaft, der SOS-Kinderdörfer und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung hatte Forsa 14- bis 21-Jährige befragt. Die Studie wurde anlässlich des „Tags der Bildung“ gestern in Berlin vorgestellt.

Danach bezweifel eine Mehrheit der jungen Menschen, dass die Integration gelingen kann. Drei Viertel trauen es dem Bildungssystem nicht oder kaum zu, die schnell anwachsende Zahl von Schülern mit Migrationshintergrund erfolgreich eingliedern zu können. Nur jeder Vierte glaubt, dass die Schulen diese Herausforderung meistern können. Auffällig ist dabei, dass Befragte aus Nordrhein-Westfalen wesentlich häufiger der Ansicht sind, das Schulsystem sei gut auf die Herausforderung vorbereitet (27 Prozent), hingegen die gleichaltrigen Schüler in den neuen Bundesländern weit weniger davon überzeugt sind. 88 Prozent von ihnen gaben an, das Schulsystem sei „nicht so gut“ oder „schlecht“ auf die Integration der Flüchtlinge vorbereitet.

Zugleich zeigt die Umfrage, dass es offenbar kaum Konflikte zwischen den Schülern aufgrund ihrer Herkunft gibt. Fast 90 Prozent aller Befragten berichten von einem guten bis sehr guten Verhältnis zwischen Schülern mit deutschen und ausländischen Wurzeln. Nur acht Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Noch häufiger berichten junge Studenten von einem sehr guten Verhältnis, so die Umfrage.

Zahlreiche Bildungsstudien bescheinigen dem deutschen Schulsystem fehlende Bildungsgerechtigkeit – das sehen auch viele Schüler so. Mehr als die Hälfte meint, dass nicht alle Schüler unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Chancen auf Bildung haben. Zugleich sehen 50 Prozent dies als wichtigste Aufgabe der Schulen an. Nach Ansicht der Schüler seien zusätzliche Lehrerstellen nötig. Sie wünschen sich kleinere Klassen und mehr Betreuung, zudem Pädagogen mit Fremdsprachenkenntnissen, um ausländische Kinder besser fördern zu können.

 
 

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