Schlappe für britische Rechtspopulisten - Ukip-Chef Farage tritt zurück

Ukip-Chef Nigel Farage hat bei der Parlamentswahl in Großbritannien eine Schlappe erlitten. Der Rechtspopulist zieht daraus Konsequenzen.
Ukip-Chef Nigel Farage hat bei der Parlamentswahl in Großbritannien eine Schlappe erlitten. Der Rechtspopulist zieht daraus Konsequenzen.
Die Rechtspopulisten der eurokritischen Ukip hatten große Ziele für die britische Parlamentswahl. Am Tag danach brauchen sie einen neuen Parteichef.

London.. Schwere Schlappe für die britischen Rechtspopulisten von der eurokritischen UK Independence Party (Ukip): Parteichef Nigel verfehlt den Einzug ins Parlament und tritt zurück. "Ich bin ein Mann, der sein Wort hält", sagte er am Freitag. Vor der Parlamentswahl hatte der EU-Parlamentarier angekündigt, vom Ukip-Parteivorsitz zurückzutreten, sollte er sein Direktmandat nicht gewinnen. Er empfahl Suzanne Evans aus dem Parteivorstand als vorläufige Nachfolgerin.

Der Vorsitzende der eurokritischen Partei verlor mit 32 Prozent der Stimmen bei der Unterhauswahl in seinem Wahlkreis South Thanet an der britischen Ostküste gegen den Kandidaten der Konservativen Partei, Craig Mackinlay (38 Prozent). "Vor fünf Jahren lag ich am Wahltag nach einem Flugzeugabsturz auf der Intensivstation", sagte Farage. "Verglichen damit geht es mir verdammt gut."

Rechtspopulist fordert Wahlrechtsreform in Großbritannien

Er sei zwar etwas enttäuscht, trotzdem fühle er sich besser als er sich in vielen Jahren gefühlt habe. Eine schwere Last sei von seinen Schultern gefallen. "Ich habe mich nie glücklicher gefühlt." Seit Oktober 1993 habe er keine zwei Wochen am Stück Urlaub gehabt. "Ich habe vor, den Sommer freizunehmen und das zu genießen."

[kein Linktext vorhanden] Farage gratulierte dem alten und neuen Premierminister David Cameron und dessen Konservativen zum Wahlsieg, den so "niemand für möglich gehalten hätte", forderte aber gleichzeitig eine Wahlrechtsreform. "Ich glaube, die Zeit für eine echte, radikale politische Reform ist gekommen." Hintergrund ist, dass seine Partei es landesweit zwar auf insgesamt fast 13 Prozent der Stimmen brachte, wegen des Wahlkreissystems aber nur mit einem Abgeordneten in das Parlament in Westminster einziehen wird.

Ukip fordert den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union und eine Begrenzung der Einwanderung. Die Partei habe im Wahlkampf "einen riesigen Erfolg" gehabt, sagte Farage. Vier Millionen Wähler hätten sich für sie entscheiden und die seien "ziemlich loyal". Die Partei, die früher vor allem ältere Wähler angezogen habe, sei bei der Jugend angekommen - vor allem bei jungen, arbeitenden Frauen. "Ukip ist plötzlich die Partei für Unter-30-Jährige", sagte Farage. "Das nächste Kapitel von Ukip hat begonnen." (dpa)

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