Golf von Oman: Angriff auf deutsches Schiff – Video zeigt krasse Bilder

Ein Schiff im Golf von Oman steht in Flammen.
Ein Schiff im Golf von Oman steht in Flammen.
Foto: dpa

Im Golf von Oman sind zwei Schiffe aus Deutschland und Norwegen angegriffen worden.

Nahe der Küste des Iran geriet der Öltanker „Front Altair“ der norwegischen Reederei Frontline am Donnerstagmorgen nach einem Angriff in Brand, wie die norwegische Seefahrtsbehörde erklärte. Zwischenzeitlich hieß es sogar, das norwegische Schiff sei gesunken, dem widersprach die Reederei.

Die deutsche Reederei Bernhard Schulte Shipmanagement (BSM) in Singapur teilte überdies mit, es seien 21 Seeleute von ihrem mit Methanol beladenen Frachter "Kokuka Courageous" gebracht worden und von einem US-Marineschiff aufgenommen worden. Das Schiff, das unter der Flagge Panamas fährt, sei am Morgen beschädigt und ein Crewmitglied leicht verletzt worden. Es wurde von drei Explosionen an Bord berichtet.

Öltanker im Golf von Oman: USA macht Iran heftig Vorwürfe

„Es ist die Einschätzung der US-Regierung, dass die Islamische Republik Iran verantwortlich für die Angriffe ist, zu denen es heute im Golf von Oman kam“, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Donnerstag in Washington bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. Diese Einschätzung basiere unter anderem auf Geheimdienstinformationen, auf den eingesetzten Waffen und auf ähnlichen Angriffen in jüngster Vergangenheit.

Auf Twitter schrieb Pompeo, die Angriffe seien eine Bedrohung für den internationalen Frieden und die Sicherheit und eine „nicht hinnehmbare Eskalation der Spannung durch den Iran“. Am Nachmittag (Ortszeit) wollte sich in New York der UN-Sicherheitsrat mit dem Vorfall befassen. Mehrere Diplomaten bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass die USA die Gespräche hinter verschlossenen Türen beantragt haben.

Das US-Militär hat nun ein Video veröffentlicht, das die These, iranische Revolutionsgarden seien für den Angriff verantworlich, stützen soll. Der Film zeigt demnach ein Boot der Revolutionsgarden, das auf den deutschen Tanke "Kokuka Courageous" zusteuert. Die Bootsbesatzung soll dann eine Haftmine an dem Schiff angebracht haben.

Tatsächlich ist zu erkennen, wie sich Menschen vom Boot aus an der Bordwand des Tankers zu schaffen machen.

Youtube OMan

Iran redet von „dubiosen“ Zwischenfällen

Zwischenzeitlich war zuvor ein beunruhigender Verdacht aufgekommen: Die "Front Altair" soll von einem Torpedo getroffen worden sein. Dem widerspricht ein Insider, den Reuters zitiert.

Das iranische Außenministerium hat sich besorgt über die mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman geäußert und von „dubiosen“ Zwischenfällen gesprochen. Besonders der Zeitpunkt sei sehr verdächtig, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi.

Zur gleichen Zeit am Donnerstagvormittag habe nämlich in Teheran ein Treffen zwischen Irans Führer Ajatollah Ali Chamenei und Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe stattgefunden. Dabei ging es um eine Deeskalation der Krisen am Persischen Golf.

Lage zwischen USA und Iran spitzt sich zu

Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen sieht US-Präsident Donald Trump derzeit keine Chancen für neue Verhandlungen mit dem Iran. Er wisse die jüngsten Vermittlungsbemühungen des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Teheran zu schätzen, schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Er persönlich denke aber, „dass es zu früh ist, auch nur darüber nachzudenken, einen Deal zu machen». Trump fügte mit Blick auf die Regierung in Teheran hinzu: «Sie sind nicht bereit, und wir sind es auch nicht.“

Zuvor hatte der oberstes Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, Verhandlungen mit den USA im Atomstreit kategorisch ausgeschlossen. „Der Iran vertraut den USA nicht, (...) wir haben mit den Amerikanern bereits die bittere Erfahrung beim Atomabkommen gemacht und wollen diese Erfahrung nicht wiederholen“, sagte er bei einem Treffen mit Abe am Donnerstag in Teheran.

Trump hatte das Atomabkommen mit dem Iran im vergangenen Jahr einseitig aufgekündigt. Danach traten wieder harte Wirtschaftssanktionen gegen den Iran in Kraft.

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Die Hintergründe der Vorfälle unweit der Küste des Irans waren zunächst ebenso unklar wie die Verantwortlichen. Bereits seit Wochen wachsen in der Region die Spannungen zwischen dem sunnitischen Saudi-Arabien und seinen Verbündeten einerseits sowie dem schiitischen Iran andererseits. Das Königshaus in Riad wirft der Führung in Teheran vor, sich in die inneren Angelegenheiten arabischer Staaten einzumischen und die Region zu destabilisieren.

Expertenteams vor Ort

Ein Sprecher der iranischen Flotte erklärte, mehrere Expertenteams seien mit Hubschraubern über dem Seegebiet im Einsatz, um die Zwischenfälle zu untersuchen. Der BSM-Sprecher konnte nicht sagen, was bei dem Zwischenfall genau passierte. Aufgrund der verschiedene Medienberichte gehe er von «etwas Feindseligem» aus. Die Besatzung habe das Schiff aus Sicherheitsgründen verlassen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen sollten schon bald bekanntgegebenen werden, zitierte die Nachrichtenagentur Irna am Donnerstag den Sprecher weiter. Zuvor hatten Irna zufolge iranische Rettungsteams die Rettung von 44 Seeleuten der beiden Schiffe mit koordiniert. Die iranischen Behörden sprechen bis jetzt von einer Explosion, nicht aber von einem Angriff.

Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe

Die US-Marine erklärte, sie habe zwei Notrufe erhalten. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain mit. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien.

Die norwegische Seefahrtsbehörde meldete weiter, es sei von drei Explosionen auf der "Front Altair" berichtet worden. Die Reederei bestätigte eine Attacke auf den Öltanker "Front Altair" zunächst nicht. Bisher sei nur klar, dass es eine Explosion und einen Brand an Bord der "Front Altair" gegeben habe, sagte ein Sprecher der Tankerreederei Frontline der Deutschen Presse-Agentur.

Bereits vor einigen Wochen hatten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

UN-Berater: Iran "fast sicher" verantwortlich

US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die "fast sicher" der Iran verantwortlich sei. Beweise für seine Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf zurück und sprach von "lächerlichen Behauptungen".

Die USA hatten zusammen mit ihren Verbündeten Saudi-Arabien und den VAE in den vergangenen Wochen den Druck auf den Iran massiv erhöht. Das sunnitsche Saudi-Arabien sieht in dem schiitischen Nachbarn einen Erzfeind. Riad wirft der Regierung in Teheran vor, sich in die inneren Angelegenheiten der arabischen Länder einzumischen.

Saudi-Arabien beschuldigt den Iran unter anderem, in Jemens Bürgerkrieg die Huthi-Rebellen zu unterstützen. Diese hatten in den vergangenen Wochen Saudi-Arabien wiederholt mit Drohnen angegriffen. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will. (pen/dpa)

 
 

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