Schaulustige stören Arbeiten bei A40-Sperrung in Essen

14 Tage geht nichts mehr auf der A40. Ein Silo steht schon da, das Bohrgerät folgt.
14 Tage geht nichts mehr auf der A40. Ein Silo steht schon da, das Bohrgerät folgt.
Foto: Dirk Bauer/ WAZ FotoPool
Zwei Wochen soll es dauern, den alten Bergbauschacht unter der A 40 zu verfüllen. Vielleicht geht es etwas schneller, heißt es in der Projektleitung. Bis dahin aber ist es schwierig, durch Essen hindurch zu kommen. Die Stadt empfiehlt sogar, die offiziellen Umleitungen möglichst zu meiden.

Essen. Nach der Sperrung der Autobahnen 40 und 52 in Essen ist auf innerstädtischen Ausweichstrecken der Verkehr zusammengebrochen. Nun bittet die Stadt diejenigen, die sich auskennen, die offiziellen Umleitungen großzügig zu umfahren.

Auf den Autobahnen 40 und 52 stauten sich die Autos vor der Sperrung sowieso. Der Tunnel unter der Essener Innenstadt wurde vorübergehend auch noch gesperrt, weil die stehenden Autos zu viele Abgase ausstießen. Damit das nicht wieder passiert, ist bis auf weiteres im Tunnel in Richtung Bochum nur eine Spur freigegeben. Das macht’s in den nächsten Tagen nicht leichter. Denn bis zu zwei Wochen soll es bei der Sperrung der Autobahnen in Richtung Bochum bleiben.

Streit um die komplette Sperrung

So lange dauert es, den alten Bergbauschacht unter der mittleren Spur bei Frillendorf zu verfüllen. Aber „vielleicht können wir nach Ostern die Tage etwas schneller herunterzählen“, sagte am Freitag Projektleiter Frank Theißing.

Er wies auch den Vorwurf zurück,der Landesbetrieb StraßenNRW hätte eine Spur frei lassen sollen für den Verkehr: „Die Sperrung ist kein Spaß, sie ist dringend notwendig“, sagte er. Der Leiter des Essener Straßenamtes, Dieter Schmitz, hatte die Vollsperrung als „schwer nachvollziehbar“ bezeichnet: „Die Autobahn ist dort in den zurückliegenden Jahrzehnten schwer belastet worden.“ Auch die Nahverkehrsbusse auf dem Mittelstreifen dürften ja weiter fahren.

Schaulustige auf dem Mittelstreifen

Dadurch jedoch entsteht ein eher kurioses Problem an der Baustelle. Schaulustige kommen in genau diesen Bussen auf dem Mittelstreifen gefahren, steigen an der nächstgelegenen Haltestelle aus und laufen auf der Busspur oder der Autobahn hin.

Deshalb wurde die Baustelle jetzt nochmals eigens eingezäunt, obwohl sie schon auf einer gesperrten Straße liegt. Am Donnerstag hatte auch ein Autofahrer die Sperrung durchbrochen. Der Bergbau-Gutachter Jörg Mittrach: „Er rauschte um Viertel vor sieben hier durch und guckte genauso erschrocken wie wir.“

Am Freitag begannen Arbeiter damit, die Löcher der Probebohrungen zu verfüllen. Am heutigen Samstag wird das Bohrgerät auf die A 40 geschafft, um den alten Schacht von oben anzubohren. Er ist nur locker verfüllt mit Holz, Bauschutt und Steinen, deshalb ja die Gefahr eines Tagesbruchs.

Wo der Schacht in etwa 56 Metern Tiefe endet, soll ein Zementpfropfen angesetzt werden, um den zu verfüllenden Raum nach unten hin abzuschließen. „Sonst könnten Sie hier eventuell bis zur Ruhr pumpen“, sagt Projektleiter Theißing.

 
 

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