Grünen-Vorsitzender Robert Habeck zu Gast bei Sandra Maischberger in ihrer ARD-Talkshow. Der Spitzenpolitiker muss sich in der Sendung mit der Kritik von Luisa Neubauer, der deutschen Greta Thunberg, an seiner Partei herumschlagen.
Er fühlt sich von der Klimaaktivistin unfair behandelt, beklagt Robert Habeck bei „Maischberger. Die Woche“.
Maischberger (ARD): Robert Habeck wehrt sich gegen Luisa Neubauer (Fridays for Future)
Sandra Maischberger konfrontiert den Grünen-Vorsitzenden mit einer vernichtenden Kritik von Luisa Neubauer. Die Klimaaktivistin hatte sich in einem Welt-Interview angesichts der A49-Ausbaus in Hessen über die dort mitregierenden Grünen ausgelassen: „Das große Problem bei den Grünen ist, dass sie sich nicht wie eine Partei verhalten, die für sich in Anspruch nimmt, für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens kämpfen zu wollen. (...) Und in Hessen sieht man mit der geplanten Rodung des Dannenröder Waldes gerade symbolisch, was es bedeutet, wenn Parteien vor ihren Verantwortlichkeiten flüchten.“
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Habeck zeigt sich verletzt über die Attacke des Grünen-Mitglieds Neubauer: „Die Kritik von Luisa tut mir weh.“
Er empfinde sie auch als „ungerecht", weil die Rodung des Dannenröder Waldes auf Bundesebene beschlossen worden sei und nicht von der schwarz-grünen Landesregierung in Hessen. Die Grünen und auch er selbst seien immer gegen den A49-Ausbau gewesen. Man solle die Pläne neu überprüfen und über andere Verkehrskonzepte nachdenken, das aber müsse im Bundesverkehrsministerium und in der Großen Koalition passieren.
Grünen-Chef Habeck setzt sich bei Maischberger (ARD) gegen Neubauer zur Wehr: „Fridays for Future geht in zwei Richtungen“
Fridays for Future, deren prominenteste Sprecherin Luisa Neubauer ist, gehe derzeit in zwei Richtungen, sagt Habeck. Manche würden sich als Kandidaten auf Grünen-Listen aufstellen lassen, um „den Impuls der Straße in gestaltende Politik umzusetzen“. Andere dagegen würden das als Verrat sehen und die Radikalität der Bewegung bewahren wollen. Er wünsche Fridays for Future, dass man die Bewegung zusammenhalten könne.
Maischberger bohrt noch etwas nach. Der hessische grüne Verkehrsminister Tarek Al-Wazir habe doch dem Koalitionsvertrag und der Abholzung des Waldes zugestimmt und auch in Baden-Württemberg mache Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann auch keine Öko-Politik. Die Moderatorin hat deshalb den Eindruck: „Entweder wollen sie den radikalen Jungen gefallen – oder sie wollen regieren. Beides scheint nicht zu gehen.“
Habeck räumt ein, das es hier einen Widerspruch gibt, den aber müsse die Partei ertragen und auflösen. „Das ist anspruchsvoll, aber das ist etwas, woran wir wachsen.“
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Mehr über Robert Habeck:
- Der 51-Jährige ist zusammen mit Annalena Baerbock Bundesvorsitzender der Grünen.
- Sein politischer Aufstieg begann in der Landespolitik in Schleswig-Holstein.
- 2012 war er Spitzenkandidat der Grünen bei der Landtagswahl und amtierte daraufhin bis 2017 als stellvertretender Ministerpräsident und Energie-, Landwirtschafts- und Umweltminister.
- Er ist Doktor der Philosophie und veröffentliche gemeinsam mit seiner Frau Andrea Paluch mehrere Romane und Kinderbücher.
- Habeck spricht fließend Dänisch und ist Vegetarier.
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Maischberger (ARD) stellt Habeck die Kanzlerfrage – er spricht über seinen Plan
Natürlich stellt Maischberger ihrem grünen Gast auch die Kanzler-Frage. Habeck versucht daraufhin ein so umständliches Ausweichmanöver, dass Maischberger lachen muss. „Die Bundeskanzler-Frage ist einerseits ganz einfach und andererseits ganz schwer zu beantworten“, teilt er nämlich mit.
Man müsse sich fragen, ob man das moralische Rüstzeug, die innere Ruhe und einen Plan habe, was man wolle. „Diesen Plan habe ich und deswegen ist die Antwort: Ja, diese Prüfung würde ich für mich bestehen.“ Doch nicht so voreilig, natürlich verkündet Habeck noch nicht direkt seine Kandidatur in der Sendung, denn das Amt und die Verantwortung wiege zu schwer, um die Frage lässig zu beantworten.
Absurder Gesprächseinstieg von Sandra Maischberger
Absurd ist ein Gespräch über den Drei-Tage-Bart, den Robert Habeck häufig trägt. Maischberger wählt das Thema um das Gespräch einzuleiten.
- Maischberger: „Sie sind viel besser rasiert heute...“
- Habeck: „Ja, habe ich für sie gemacht!“
- Maischberger: „Wirklich? Ernsthaft? Aber wann rasieren Sie sich und wann nicht?“
- Habeck: „Nach Laune und Tagesform. Gibt keine Logik.“
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