Maischberger piesackt Armin Laschet – dann tappt er in eine Falle

Musste immer wieder Fragen zu Markus Söder beantworten: Armin Laschet bei Sandra Maischberger (ARD).
Musste immer wieder Fragen zu Markus Söder beantworten: Armin Laschet bei Sandra Maischberger (ARD).
Foto: ARD-Mediathek

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet war am Mittwochabend zu Gast bei „Maischberger“ in der ARD. Der CDU-Politiker gab sich bemüht gelassen und diplomatisch, dann aber tritt er doch in eine Falle der Moderatorin.

Sandra Maischberger piesackt Armin Laschet in ihrer Sendung zuvor immer wieder mit Fragen zu CSU-Chef und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Maischberger (ARD): Armin Laschet will sich nicht aus der Reserve locken lassen

Zunächst versucht Maischberger den Ministerpräsidenten mit einem Zitat des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach aus der Reserve zu locken.

Der hatte zuletzt behauptet, Laschet sei „mitverantwortlich dafür, dass wir durch zu schnelles Öffnen mit zu hohen Fallzahlen in den Herbst gehen, wo wir unsere Ungeduld vielleicht teuer werden bezahlen müssen“. Doch Laschet gibt sich betont gelassen. „Naja, Wahlkampf“, sei das. „Ernst nehmen tue ich es nicht". Dann verteidigt er seinen Kurs von „Maß und Mitte“ und der lokalen Maßnahmen in der Corona-Pandemie.

Deutlich wird Laschet, als es um den Corona-Hotspot Hamm geht. Er fordert Bußgelder für die Verantwortlichen: „Da gilt, finde ich, das Null-Toleranz-Prinzip, das man auch sonst bei Rechtsbruch anwendet bei uns“. Man habe klare Grenzen für Hochzeiten definiert und Teilnehmerlisten verpflichtend gemacht. In Hamm scheine es aber eine Feier von „bis zu 600 Leuten“ über mehrere Tage ohne Listen gegeben zu haben. Das müsse als Ordnungswidrigkeit bestraft werden, fordert der NRW-Ministerpräsident.

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Das ist Armin Laschet:

  • Der 59-Jährige ist seit 2017 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.
  • Der Aachener will nun Bundesvorsitzender der CDU werden und strebt auch die Kanzlerkandidatur 2021 an.
  • Seine politische Karriere begann im Stadtrat von Aachen. 1994 zog er dann in den Bundestag ein, 1999 ins Europaparlament.
  • Sein Durchbruch kam 2005, als er unter NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers Landesminister für Integration, Familie, Frauen und Generationen wurde.
  • Laschet war vor dem Eintritt in die große Politik Chefredakteur einer katholischen Kirchenzeitung.
  • Zusammen mit seiner Frau Susanne hat er zwei Söhne und eine Tochter.

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Sandra Maischberger (ARD) will von Armin Laschet eine Spitze gegen Friedrich Merz herauskitzeln

Dann versucht Maischberger, eine Spitze gegen Laschets Konkurrenten um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz herauszukitzeln. Ob dessen umstrittener Satz über einen schwulen Kanzler, gegen den Merz nichts habe, solange er nicht pädophil ist, homophob sei? „Das geht, glaube ich, zu weit“, verteidigt er Merz , allerdings nicht mit letzter Überzeugung. „Für mich würde sich die Frage einfacher beantworten. Kann ein Schwuler Bundeskanzler sein? Ja. Punkt.“

„Sie sind heute viel zu diplomatisch", resigniert Maischberger da fast schon. Doch noch gibt sie nicht auf und kommt auf Söder. Immer wieder piesackt sie Laschet mit Fragen zum Corona-Kurs des Bayern und versucht Differenzen zwischen den beiden Landesvätern hervorzuheben.

Laschet bei Maischberger über Söder: „Wir waren am Anfang manchmal unterschiedlicher Meinung.“

„Nur wer Krisen meistert, wer die Pflicht kann, der kann auch bei der Kür glänzen", hatte Söder mit Blick auf die Kanzlerkandidatur der Union in der Corona-Krise gesagt. Wie Laschet das Krisenmanagement von Söder bewerte, bohrt Maischberger nach. Doch der weicht aus: „Ich habe mit unserem genug zu tun.“ Dann räumt Laschet zumindest ein: „Ich finde, er hat das gut gemacht. Wir waren am Anfang manchmal unterschiedlicher Meinung. Aber es sind auch unterschiedliche Länder und unterschiedliche Situationen.“ Heute habe man „fast ähnliche Maßnahmen“.

Maischberger legt nach: Sei es nicht unfair, dass die Unionsanhänger ihm in der Kanzlerfrage so wenig zutrauen und er weit abgeschlagen hinter Söder liege. „Ja, ist doch in Ordnung...“, versucht sich Laschet wenig glaubwürdig herauszuwinden. Und wie er sich das erkläre, fragt Maischbeger nach? Laschet reagiert überraschend mit einem breiten Grinsen: „Das analysiere ich nicht“. Er bleibe bei seinen Themen und das werde in NRW geschätzt. „Insofern messe ich mich da nicht mit irgendwem anders.“

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Dann tappt Laschet doch noch unbedacht in eine Maischberger-Falle

Doch als Laschet den Fragemarathon schon fast hinter sich gebracht hat, tappt er doch noch in eine Maischberger-Falle und macht einen Fehler. Sie zeigt ein Foto aus seinen JU-Zeiten. Laschets Augen glänzen und er gerät unbedacht in Plauderlaune: „Das war im Wahlkampf von Franz-Josef Strauß,1980. Ich war 19, Helmut Kohl hat da eine Kundgebung gemacht. Und dann hatten die großen Figuren der CDU gedacht, da soll irgendein Erstwähler mal erzählen, wieso er denn CDU wählt. Und dieser Erstwähler war dann ich. Ich durfte dann da drei Minuten nach Helmut Kohl sagen, wieso Franz-Josef Strauß ein toller Kanzlerkandidat ist.“

Maischberger fragt nach: Ob er denn gegen seine Überzeugung für den CSU-Ministerpräsidenten Wahlkampf gemacht habe. „Nein, nein, nein! Das war voll meine Überzeugung“, posaunt Laschet. Sofort erinnert sich Maischberger wohl an das Strauß-Poster über dem Bett des jungen Söder und ihr wird die Analogie zu heute bewusst. „Er bietet Markus Söder die Kanzlerkandidatur an“, feixt sie lächelnd in Richtung des Journalisten Hajo Schumacher, der auch als Talk-Gast im Studio sitzt. Laschet gerät etwas ins Schwimmen: „Es war 1980 so!“

Die Betonung liegt hier auf 1980. Nicht 2020.

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