Salafisten wollten Pro-NRW-Chef töten

Hagen.  Bewaffnete islamistische Salafisten haben offenbar versucht, den Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW, Markus Beisicht, und weitere seiner Vorstandsmitglieder zu töten. Beamte der Staatsanwaltschaft Dortmund und des Staatsschutzes der Essener Polizei konnten den geplanten Anschlag auf Beisicht in der Nacht zu gestern im letzten Moment verhindern. Vier Tatverdächtige wurden festgenommen.

Brisant: Einer der Tatverdächtigen soll auch wegen des missglückten Sprengstoff-Attentats auf den Bonner Hauptbahnhof im letzten Dezember unter Verdacht stehen.

Zwei Festnahmen erfolgten in Leverkusen in der Nähe des Wohnorts von Beisicht, eine in Bonn, eine in Essen, bestätigte der Dortmunder Staatsanwalt Henner Kruse. Bei der Aktion in Leverkusen wurde eine Liste mit acht anderen Pro-NRW-Funktionären sichergestellt - offenbar waren weitere Anschläge vorgesehen. Nach unbestätigten Berichten soll es sich bei den Festgenommenen in Bonn und Essen um Marco G. und Enzo B. handeln, zwei Konvertiten, bei den zwei anderen um Koray D. und Tayfun S. aus dem Hessischen. In Bonn wurden zudem größere Mengen Waffen und Sprengstoff gefunden.

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft habe im Rahmen einer verdeckten Ermittlung Hinweise auf bevorstehende Anschläge der islamistischen Gruppe erhalten und daraufhin die Aktion eingeleitet, sagte Kruse.

Der 49-jährige Pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht und die weiteren Funktionäre der Partei wurden unter Personenschutz gestellt. Die Partei hatte Mohammed-Karikaturen gezeigt und war zuletzt in schwere und auch handgreifliche Auseinandersetzungen mit den Islamisten verwickelt gewesen.

Unabhängig vom geplanten Anschlag ging die Polizei gestern mit Razzien gegen die salafistische Szene vor.

 
 

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