Salafisten werben gezielt Anhänger in Flüchtlingsheimen

Salafisten besuchen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden gezielt große Einrichtungen, um unter den Flüchtlingen neue Mitglieder zu werben.
Salafisten besuchen nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden gezielt große Einrichtungen, um unter den Flüchtlingen neue Mitglieder zu werben.
Foto: FUNKE Foto Services
Die NRW-Sicherheitsbehörden sind besorgt über Anwerbeaktionen von Salafisten in Flüchtlingsunterkünften. Bislang sind 30 Anwerbeaktionen bekannt.

Düsseldorf. Radikale Islamisten werben nach Angaben der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbehörden gezielt in Flüchtlingsheimen neue Anhänger.

„Wir müssen damit rechnen, dass mit zunehmenden Flüchtlingszahlen auch die Versuche der Salafisten zunehmen, Schutzsuchende anzusprechen“, sagte der Chef des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freyer, im Gespräch mit dieser Redaktion.

Jugendliche im Fokus

„Uns bereitet Sorge, dass besonders Jugendliche für die angebliche Hilfe ansprechbar sind“, erklärte Freyer. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) geht zudem Hinweisen ausländischer Geheimdienste nach, wonach sich unter die Flüchtlinge vermehrt auch Islamisten mischen.

Den NRW-Sicherheitsbehörden sind bisher 30 Anwerbeaktionen radikaler Islamisten in Flüchtlingsheimen bekannt geworden. Dabei suchen sich Islamisten gezielt große Unterkünfte mit mehreren Hundert Flüchtlingen aus, um neue Mitglieder „in ihre Fänge zu ziehen“. Bekannte salafistische Rädelsführer „wie Pierre Vogel und Sven Lau fordern die salafistische Szene im Netz offensiv zur Unterstützung von Flüchtlingen auf“, warnte Burkhard Freyer. In einem Internetfilm raten Vogel und Lau ihren Anhängern, Asylbewerber-Unterkünfte in der Nähe aufzusuchen und die Flüchtlinge mit Geschenken zu empfangen. „Lasst euch nicht entmutigen, wenn jemand vom Personal oder den Flüchtlingen vielleicht unhöflich wird.“

2100 Salafisten leben in NRW

Landesweit hat der NRW-Verfassungsschutz inzwischen 2100 Salafisten registriert – davon gelten knapp 300 als sogenannte „Gefährder“. Mehr als 20 der 850 Moscheen in NRW stehen wegen salafistischer Bestrebungen im Fokus der Sicherheitsbehörden. Vordergründig bieten die Salafisten jungen Muslimen Hilfe und Rat an. Tatsächlich aber sollen Flüchtlinge nach Angaben Freyers „mit dem salafistischen Milieu in Deutschland in Berührung gebracht werden“. Salafisten wollten es ausnutzen, dass junge Flüchtlinge durch die belastenden Fluchterlebnisse in einer Ausnahmesituation seien und Anschluss an die Gesellschaft suchten.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz klärt Mitarbeiter in den Flüchtlingsunterkünften inzwischen über Methoden und Hintergründe der Annäherungsversuche auf. In diesen Fällen können die Heimleitungen gegen Salafisten einschreiten und von ihrem Hausrecht Gebrauch machen. Zudem wird in diesen Fällen die Polizei gerufen, um mögliche Straftaten zu protokollieren.

 
 

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